In Findorff, einem der charmantesten Stadtteile Bremens, haben Petra Homann-Zaller und Günther Zaller über 31 Jahre hinweg einen 60 Quadratmeter großen Garten geschaffen, der alles andere als gewöhnlich ist. Es war einmal eine „Wüste“ aus alten Betonplatten, einem Sandhaufen und einem einzigen, etwas schüchternen Apfelbaum. Doch die beiden haben mit viel Schweiß und Herzblut aus diesem trostlosen Stück Land eine grüne Oase geformt, die nicht nur ihre eigene Ästhetik widerspiegelt, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Biodiversität leistet.
Besonders beeindruckend ist, dass ihr Garten mit heimischen, insektenfreundlichen Pflanzen bestückt ist. Diese kleine, aber feine Auswahl an Flora hat nicht nur das Ziel, hübsch auszusehen, sondern auch einen natürlichen Klimaschutz zu bieten. Hier blüht und gedeiht es, und das nicht ohne Grund! Nach heftigen Extremregen in der Vergangenheit konnte der naturnahe Garten das Wasser schnell versickern lassen, während viele Nachbargärten unter Wasser standen. Ein echter Lebensretter in der Nachbarschaft!
Ein Garten voller Leben
Die Gestaltungselemente sind vielfältig: Eine Holzpergola, die von einem üppigen Blauregen umrankt ist, lädt zum Verweilen ein. Der kleine Teich – ein wahres Biotop – beherbergt nicht nur Iris und Sumpfdotterblumen, sondern auch die quirligen Kaulquappen und elf Sarasa-Goldfische, die durch eine selbstgebaute Konstruktion vor Fischreihern geschützt werden. Bei der Pflege ihres Gartens setzen Petra und Günther auf insektenfreundliche Arten wie die Akelei, den echten Eibisch oder die Wald-Engelwurz, die den Insekten ein reichhaltiges Nahrungsangebot bieten.
Ein Totholzhaufen, den sie als Rückzugsort für Kleintiere angelegt haben, zeigt ihre Liebe zur Natur. Und die alte Buchsbaumstammstütze für das Vogelhäuschen? Die stellt einen weiteren kreativen Umgang mit den Gegebenheiten dar. Im Hochbeet gedeihen Kräuter und Gemüse, die das Paar mit Freude erntet. Es ist ein Garten, der über die Jahre schöner geworden ist – und das ganz ohne chemische Hilfsmittel!
Nachhaltigkeit mit Stil
Das Ehepaar Zaller hat nicht nur ihren Garten grundsaniert, sondern auch alte Materialien clever wiederverwendet. Statt alles neu zu kaufen, haben sie die alten Betonplatten für die Terrasse genutzt und mit Mosaik-Flächen sowie Keramiksteinen ergänzt. Regenwasser wird in einem alten Weinfass gesammelt, um den Garten nachhaltig zu bewässern. So kommt es, dass Nachbarn oft zusammenarbeiten, um nach einem Extremregen die Gärten in Schuss zu halten – jeder hilft jedem. Es ist ein Gemeinschaftsgefühl, das in Findorff lebendig ist.
Die Bedeutung solcher Gärten ist nicht zu unterschätzen. Angesichts des drastischen Rückgangs der heimischen Insektenpopulationen in den letzten Jahren, verursacht durch intensive Landwirtschaft und Pestizide, können private Gärten wie der von Petra und Günther einen enormen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Die Vielfalt der Pflanzen sorgt dafür, dass Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten reichlich Nahrung finden. Und wir wissen ja: Ein blütenreiches Insektenbuffet ist mehr als nur ein schöner Anblick – es ist überlebenswichtig!
Ein Platz der Freude
Die beiden lieben es, in ihrem Garten zu arbeiten, und das sieht man. Der alte Maschendrahtzaun, der von Efeu überwuchert ist, erzählt genauso viel von der Zeit wie das Pflanzenbeet, das ständig im Wandel ist. Immer wieder kommen neue Ideen dazu, um die Flora noch einladender und vielfältiger zu gestalten. „Wir leben hier, wir arbeiten hier, und wir genießen die Früchte unserer Arbeit“, sagt Günther mit einem Schmunzeln.
Und so zieht sich der Garten durch ihr Leben – ein Ort der Freude, des Erlebens und der Naturverbundenheit. Es lohnt sich, das eigene Stück Erde zu gestalten, sei es mit alten oder neuen Pflanzen. Vielleicht inspiriert das Beispiel von Petra und Günther ja den ein oder anderen, auch seinen eigenen Garten ein bisschen grüner zu machen – für Mensch und Tier.
