Heute ist der 4.06.2026, und während ich in Gröpelingen sitze, fällt mir auf, wie viel sich in Bremen in den letzten Jahren im Bereich Wohnen und Bauen getan hat. Der Monitoringbericht der Bremer Baubehörde hat kürzlich aufgezeigt, dass die Nachfrage nach Wohnraum trotz Neubauten und einer wachsenden Bevölkerung ungebrochen hoch bleibt. Ein wahrhaft spannendes, aber auch frustrierendes Thema!
Mit den durchschnittlichen Angebotsmieten, die für 2024 bei 10,81 Euro pro Quadratmeter und für 2025 auf 11,17 Euro steigen sollen, wird klar, dass die Mieten in Bremen keineswegs stagnieren. Vor allem im Stadtteil Walle, wo die höchsten Mieten festgestellt wurden, spiegelt sich der Druck auf den Wohnungsmarkt wider. Wer träumt nicht von einer eigenen kleinen Wohnung in der Überseestadt? Für 13,89 Euro pro Quadratmeter ist das allerdings nicht ganz ohne. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs: In Schwachhausen gibt es sogar Wohnungen, die teilweise über 15 Euro pro Quadratmeter kosten!
Die Herausforderungen des Bremer Wohnmarktes
Ein echtes Problem ist der anhaltende Mangel an kleinen Wohnungen. Diese sind rar und teuer. Die sinkende Fluktuationsrate und der Rückgang bei Wohnungsinseraten machen die Sache nicht einfacher. 90% der Bremer zahlen unter 8 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter, doch was ist mit den anderen 10%? Und wie geht es weiter mit den Ein- bis Zweipersonenhaushalten, deren Zahl stetig steigt? Die durchschnittliche Haushaltsgröße in Bremen beträgt 2024 gerade mal 1,82 Personen. Man könnte sagen, die Nachfrage übersteigt das Angebot bei weitem.
Die Baukosten und höheren Zinsen bremsen die Projekte zusätzlich. Von 2020 bis 2024 wurden zwar 7.582 neue Wohnungen errichtet, aber die Bevölkerung wächst weiterhin. Interessanterweise lag die höchste Bestandsmiete in Mitte bei 9,53 Euro pro Quadratmeter. Wenn man dann noch die günstigen Quartiere wie Gröpelingen und Bremen-Nord betrachtet, wo die Mieten unter 7 Euro liegen, wird das Bild noch klarer. Günstige Mieten sind wirklich ein rares Gut in der Stadt, und das ist bedenklich.
Tendenzen und Prognosen
Ein Blick auf die Immobilienpreise zeigt, dass die durchschnittlichen Angebotsmieten für Bestandswohnungen seit 2018 von 8,32 Euro auf 10,71 Euro pro Quadratmeter im Januar 2025 gestiegen sind. Ein stetiger Anstieg, der sich bis 2026 fortsetzen soll, mit einer Prognose von 11,43 Euro pro Quadratmeter. Neubauwohnungen haben sich im gleichen Zeitraum von 10,86 Euro auf 14,41 Euro entwickelt. Da fragt man sich, ob der Wohntraum in Bremen bald nur noch für die Wohlhabenden erreichbar sein wird.
Die Vermarktungsdauer von Mietobjekten hat sich inzwischen verkürzt. Während man 2020 noch über 23 Tage für eine Bestandswohnung warten musste, sind es heute nur noch 15,5 Tage. Das zeigt, wie heiß der Markt ist und dass die Leute bereit sind, schnell zu entscheiden. Man könnte fast sagen, dass die Wohnungssuche in Bremen inzwischen einem Wettrennen gleicht!
Die Prognosen für die kommenden Jahre deuten darauf hin, dass die Mietpreise weiter steigen werden, insbesondere im Neubausegment. Gleichzeitig stabilisieren sich die Kaufpreise für Wohnungen. Eine interessante Wendung, die man im Auge behalten sollte, denn sie könnte das Bild des Bremer Immobilienmarktes nachhaltig verändern. Und wenn man sich dann die Mietpreisbremse anschaut, die oft nicht rechtlich verfolgt wird, fragt man sich, ob die Politik noch mit der Realität Schritt halten kann.
