In Gröpelingen wird die Demokratiegeschichte jetzt auf eine ganz neue Weise erfahrbar gemacht. Das Projekt „Orte erzählen Demokratie“ hat sich das Ziel gesetzt, die Demokratiegeschichte in Deutschland sichtbar zu machen. Initiatoren sind unter anderem das Open Science Lab sowie die Stadtbibliotheken von Augsburg, Bremen und Buxtehude, in Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland e. V. Dieses innovative Vorhaben wird von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gefördert und zielt darauf ab, eine digitale Karte zu erstellen, die sowohl aktuelle als auch historische Orte der Demokratiegeschichte erfasst.

Die interaktiven Touren, die im Rahmen des Projektes angeboten werden, können zu Fuß, per Rad oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erkundet werden. Dabei wird sowohl auf bekannte Erinnerungsorte als auch auf weniger sichtbare, aber symbolisch bedeutsame Plätze eingegangen. Hierzu zählen beispielsweise die Stadtbibliothek Gröpelingen, das Buxtehuder Modell oder auch die Respekt-Reihe in Augsburg. Auch Vereinsheime, Stadtteilzentren und Orte von Demonstrationen finden ihren Platz auf dieser digitalen Karte, die nicht nur lokal verankert, sondern auch global anschlussfähig ist.

Aktive Bürgerbeteiligung und Bildung

Ein zentrales Anliegen des Projektes ist die aktive Beteiligung der Bürger:innen an der Dokumentation demokratiegeschichtlicher Orte. Durch partizipative Ansätze wird Demokratiegeschichte als gemeinsame Verantwortung gefördert. Lehrkräfte und Gruppen können auf frei verfügbare Bildungsmaterialien zurückgreifen, die unter offenen Lizenzen veröffentlicht werden. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Teilprojekt „Demokratieforscher:innen“, in dem Kinder und Jugendliche eigene Touren entwickeln, um sich spielerisch mit der Demokratiegeschichte auseinanderzusetzen.

Die langfristige Sicherung der Inhalte erfolgt über Wikidata und die Verknüpfung mit Wikipedia, sodass das Wissen über die Demokratiegeschichte auch in der Zukunft für alle zugänglich bleibt. Damit wird nicht nur die lokale Erfahrung von Demokratiegeschichte gestärkt, sondern auch ein größerer Wissensraum geschaffen, der die Bürger:innen befähigt, sich aktiv in demokratische Prozesse einzubringen.

Internationale Vernetzung durch das MILEY-Projekt

Das Projekt „Orte erzählen Demokratie“ ist Teil eines internationalen Vorhabens, das unter dem Namen MILEY bekannt ist. Dieses Projekt wurde in Kooperation mit dem Demokratiezentrum Wien entwickelt und erfolgreich im Rahmen von Erasmus+ eingereicht. Die Projektlaufzeit erstreckt sich von Ende 2023 bis Oktober 2025. Neben dem Demokratiezentrum Wien als führendem Partner sind das CEVRO Institut in Tschechien und die Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte assoziierte Partner. Am 7. Oktober 2025 findet die Abschlusskonferenz in der Villa Lanna in Prag statt, wo die Ergebnisse des Projekts der Öffentlichkeit präsentiert werden.

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Das MILEY-Projekt legt den Fokus auf die Sichtbarmachung der historischen Wurzeln der Demokratie und thematisiert gleichzeitig die Gefahren für die Demokratie im 21. Jahrhundert. Die digitale Karte, die in diesem Kontext erstellt wird, zeigt Orte der Demokratiegeschichte in Deutschland, Österreich und Tschechien und fördert die Betrachtung der Demokratiegeschichte aus multinationaler Perspektive. Dabei werden sozialen und interkulturellen Kompetenzen sowie kritisches Denken und Medienkompetenz entwickelt.

Zusätzlich wird das Projekt durch die Europäische Union finanziert, was die internationale Zusammenarbeit und den Austausch von Wissen weiter stärkt. Die Webseite www.democracy-map.eu ist bereits offen zugänglich und bietet Lehr- und Lernkonzepte, die frei heruntergeladen werden können.

Insgesamt trägt das Projekt „Orte erzählen Demokratie“ nicht nur zur politischen Bildung und Erinnerungsarbeit bei, sondern fördert auch gesellschaftliche Teilhabe und digitale Öffentlichkeit. Auf diese Weise wird ein demokratischer Wissensraum geschaffen, der sowohl offen als auch lokal verankert ist und dazu einlädt, die eigene Demokratiegeschichte aktiv zu gestalten.