Heute ist der 29.04.2026 und der Hafen von Bremen hat sich in den letzten Jahren zu einem interessanten Ziel für Kreuzfahrtschiffe entwickelt. Besonders bemerkenswert war der Besuch des Expeditionskreuzfahrtschiffs „National Geographic Explorer“, das am vergangenen Mittwoch im Neustädter Hafen einlief. Diese neuntägige Nordsee-Kreuzfahrt begann in Edinburgh und führt die Passagiere über Newcastle, Helgoland und weiter nach Harlingen in den Niederlanden, Ostende in Belgien sowie East Sussex und Portsmouth in England.
Der Neustädter Hafen, bekannt für seine Anziehungskraft auf Kreuzfahrtschiffe, sah zuletzt im Sommer 2023 das Luxus-Residenzschiff „The World“. Im Gegensatz dazu sind Hochseekreuzfahrtschiffe in Bremen eher rar gesät. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Kaje an der Getreideverkehrsanlage in Bremen-Gröpelingen nach dem Verkauf an die Firma J. Müller nicht mehr zur Verfügung steht. Zudem sorgt das erhöhte Verkehrs- und Umschlagaufkommen der Küsten- und Binnenschifffahrt dafür, dass langfristige Liegeplatzzusagen für Kreuzfahrtreedereien zunehmend schwierig werden.
Ein Schiff mit Geschichte
Die „National Geographic Explorer“ hat eine interessante Geschichte: Ursprünglich 1982 in Norwegen als „Midnatsol“ für den Küstenverkehr gebaut, wurde sie 1988 in Bremerhaven umgebaut, um zusätzliche Kabinen zu schaffen. Seit 2007 fährt das Schiff als Expeditionskreuzfahrtschiff für Lindblad Expeditions und hat in den letzten Jahren mehrfach bei der Lloyd Werft Bremerhaven für Wartungsarbeiten angelegt. Diese Umbaumaßnahmen und die sorgfältige Pflege haben dazu beigetragen, dass das Schiff heute ein zuverlässiger und beliebter Begleiter auf den Gewässern der Nordsee ist.
Der Boom der Flusskreuzfahrten
Während Hochseekreuzfahrtschiffe in Bremen eine Seltenheit darstellen, boomt der Markt für Flusskreuzfahrten. Diese erfreuen sich großer Beliebtheit und nutzen den zentralen Anleger am Tiefer, der für viele Besucher ein idealer Ausgangspunkt ist, um die Stadt zu erkunden. Kleinere britische Kreuzfahrtreedereien wie Fred. Olsen haben Bremen früher regelmäßig angefahren, doch die Veränderungen im Hafenbereich und die oben genannten Herausforderungen haben diese Praktiken beeinflusst.
Insgesamt zeigt sich, dass Bremen trotz der Herausforderungen weiterhin ein attraktives Ziel für Kreuzfahrten bleibt, insbesondere für Flusskreuzfahrten, während die Hochseekreuzfahrten sich auf sporadische Besuche beschränken. Die Stadt und ihre Häfen bieten eine spannende Kulisse für Reisende, die die Vielfalt der Nordsee entdecken möchten.