Am 5. Mai 1966 passierte etwas Historisches im Überseehafen Bremen. Das erste Containerschiff, die „Fairland“, legte an und läutete eine neue Ära des Warentransports ein. Eigentlich war das Schiff ein umgebauter Weltkriegsfrachter der Reederei Sea-Land, und mit 226 Containern an Bord brachte es eine frische Brise in die Handelswelt. Die „Fairland“ kam aus New York, mit Stopps in Grangemouth und Rotterdam – und die Bremer Bevölkerung empfing das Schiff jubelnd. Wer hätte gedacht, dass ein solcher Moment die Art und Weise, wie wir Handel treiben, revolutionieren würde?

Die Ankunft der „Fairland“ war nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch der Startschuss für den Containerverkehr in Bremen. Während andere Hafenstädte, insbesondere Hamburg, skeptisch blieben – der Hafensenator Helmuth Kern äußerte Bedenken – investierte Bremen frühzeitig in die Zukunft des Containertransports. Containerterminals wurden in Bremerhaven gebaut, und das Ergebnis war beeindruckend: Der Terminal wuchs seit 1971 auf stolze 4930 Meter mit 14 Liegeplätzen und ist heute der größte zusammenhängende Containerterminal der Welt.

Der Pionier des Containertransports

Ein ganz entscheidender Name ist dabei Malcolm McLean. Der amerikanische Spediteur gilt als der Erfinder des Warentransports in Seecontainern. 1955 gründete er die Pan-Atlantic Steamship Company, die später in Sea-Land umbenannt wurde. McLean hatte genug von den langen Ladezeiten, die sowohl Spediteure als auch Fahrer belasteten. Es war seine innovative Idee, standardisierte Transportbehälter zu verwenden, die 1956 schließlich zum ersten Containerschiff, der „Ideal X“, führten.

McLean verstand schnell, dass der Einsatz dieser genormten Container den Welthandel ankurbeln würde. Vor den 1960er Jahren war der Warenverkehr noch ein mühsames Unterfangen mit viel Stückgut und Schüttgut. Das Be- und Entladen von Schiffen war eine langwierige, anstrengende Angelegenheit, die viel Personal erforderte. Doch mit Containern wurde alles einfacher. Plötzlich konnten ganze Lkw-Auflieger auf Schiffe verladen werden. Ein echter Fortschritt!

Die Entwicklung des Containerverkehrs

Die Zahlen sprechen für sich. 1966 begann für die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft der Einstieg in den Containerverkehr, und der Umschlag von Containern stieg von 17.000 TEU im ersten Jahr auf bereits 51.000 TEU im Jahr darauf. Die Begeisterung war groß, und die Entwicklung ging rasant weiter: 1979 wurden über 690.000 TEU umgeschlagen, 1983 waren es sogar 820.000 TEU! Die „Fairland“ war nur der Anfang. Der Containerterminal in Bremerhaven wurde kontinuierlich erweitert, und bis 2025 sollen dort sogar 4,9 Millionen Standardcontainer umgeschlagen werden.

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Die Schiffe der ersten Generation hatten eine Kapazität von 500 bis 600 TEU, im Vergleich zu den Giganten von heute wie der MSC Irina mit satten 24.346 TEU. Man kann sich kaum vorstellen, was für ein Wandel in der Schifffahrt das mit sich brachte!

Bremen im globalen Wettbewerb

Der 5. Mai 1966 wird als historisches Datum für die internationale Seeschifffahrt und die Globalisierung angesehen. Bremen gewann das Rennen um den ersten Containerdienst, und die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft war begeistert von den neuen Möglichkeiten. Ein Teil der Ladung der „Fairland“ wurde in Rotterdam gelöscht, bevor das Schiff nach Bremen und dann weiter nach Grangemouth in Schottland weiterfuhr. Und während die Welt sich veränderte, blieb Bremen auf der Höhe der Zeit.

Wenn wir heute auf diese Geschichte zurückblicken, können wir nur staunen, wie weit sich die maritime Wirtschaft und Logistik entwickelt haben. Der Containerverkehr hat nicht nur die Häfen, sondern auch die Handelsbeziehungen nachhaltig geprägt. Und das alles begann an einem Tag im Mai, als ein Schiff mit einem neuen Konzept in die Hansestadt einlief.