Ein Abschied voller Erinnerungen: Pastorin Sabine Kurth verlässt die Waller Gemeinde
In Walle, einem Stadtteil von Bremen, wird am 21. Juni ein ganz besonderer Abschied gefeiert. Pastorin Sabine Kurth verlässt nach 31 Jahren die Gemeinde. Ein Schritt, der für viele überraschend kommt, denn sie war nicht nur eine Stimme der Hoffnung, sondern auch ein Fels in der Brandung für die Menschen hier. Der Grund für ihren Rücktritt? Mehr Zeit für die Familie – ein nachvollziehbares Bedürfnis, das viele von uns nur zu gut kennen. An diesem Tag findet der Abschiedsgottesdienst in der Waller Kirche statt, ein Moment, der sicher emotional wird und einige Tränen kosten könnte.
Sabine Kurth hat in ihrer Zeit als Pastorin viel erlebt. Sie prägte die Gemeinde durch emotionale Momente und eine Reihe von Herausforderungen, die nicht immer leicht waren. Besonders die Missbrauchsfälle im Kinderhaus „Schnecke“ im Jahr 2002, die zu einem Gerichtsverfahren führten, hinterließen tiefe Spuren. Doch Kurth ließ sich nicht unterkriegen. Stattdessen zeigte sie in Krisenzeiten großes Engagement. Auch die Fusionen mit anderen Gemeinden, der Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen 2009 und die Initiativen wie die Konfirmanden-Segeltörns 2011 sind nur einige Highlights ihrer Amtszeit. Die Menschen in Walle beschreibt sie als ihr persönliches Highlight, und das sagt schon viel über ihre Verbundenheit zur Gemeinde aus.
Ein Blick in die Zukunft
Der Abschied von Kurth fällt in eine spannende Zeit für die Evangelische Mirjam-Gemeinde, die am 1. Januar 2025 gegründet wird. In diesem neuen Rahmen werden die Gemeinden Immanuel, St. Michaelis-St. Stephani und Walle miteinander verschmolzen. Hier, wo einst die Fleetkirche wegen sinkender Besucherzahlen geschlossen wurde, wird nun ein neuer Anfang gewagt. Die neuen Strukturen sollen die gewohnten Standorte wie das Begegnungszentrum am Doventorsteinweg, das Gemeindehaus in der Elisabethstraße und das Gemeindezentrum an der Ritter-Raschen-Straße weiter aktiv halten. Und keine Sorge, die Kirchgebäude behalten ihre Namen. Die Gottesdienste werden im Wechsel in verschiedenen Kirchen stattfinden, darunter die Waller Kirche, die noch lange ein zentraler Ort für die Gemeinde bleiben wird.
Die Fusionen von Kirchengemeinden sind nicht nur in Bremen ein Thema. Immer mehr Gemeinden in Deutschland schließen sich zusammen oder kooperieren. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat ein Beratungs-Team eingerichtet, das Gemeinden unterstützt, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Emotionen spielen dabei eine große Rolle. Identität, Tradition und die Geschichte der Gemeinden sind zentrale Themen, die oft mit Wehmut und Bedauern betrachtet werden. Es ist kein einfacher Prozess, aber notwendig – gerade in Zeiten, in denen die Mitgliederzahlen sinken und das Kirchensteueraufkommen zurückgeht.
So wird der Abschied von Pastorin Sabine Kurth am 21. Juni nicht nur ein Abschied von einer Person, sondern vielleicht auch ein Symbol für einen Neuanfang in der Waller Gemeinde. Ein Neuanfang, der mit Herausforderungen, aber auch mit neuen Möglichkeiten einhergeht. Und während sich die Gemeinde wandelt, bleibt die Erinnerung an Kurths Engagement und ihre tiefe Verbundenheit mit den Menschen hier lebendig. Ein Abschied, der mit einem Sommerfest gefeiert wird, und hoffentlich viele, die kommen, um ihre Dankbarkeit auszudrücken.
