Heute ist der 27.06.2026, und in Bremen steht eine bedeutende Neuerung für alle Hundeliebhaber ins Haus. Ab dem 1. Juli müssen neue Hundebesitzer einen Hundeführerschein machen. Das klingt erst einmal nach Bürokratie, aber es steckt viel mehr dahinter. Ziel des Scheins ist es, die Verantwortung der Hundehalter zu stärken und damit die Sicherheit für Mensch und Tier zu erhöhen. Das ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass in den letzten Jahren zahlreiche Beißvorfälle registriert wurden – rund 150 zwischen 2021 und 2023. Ein altes Sprichwort sagt: „Vorsicht ist besser als Nachsicht“. Und genau das möchte die Bremer Politik jetzt umsetzen.

Interessanterweise zeigen die Zahlen, dass sich die Situation bereits zu verbessern scheint. Im Jahr 2024 gab es nur noch 87 Vorfälle, und 2025 waren es sogar nur 61. Ein Lichtblick! Aber dennoch: Der Hundeführerschein betrifft nur neue Hundebesitzer, die nach dem Stichtag einen vierbeinigen Freund ins Haus holen. Bestehende Halter sind davon nicht betroffen, es sei denn, sie haben einen Hund, der als gefährlich eingestuft ist. Und das sind genau die Hunde, die in der Vergangenheit gebissen haben. Ein gefährlicher Hund – das klingt schon unheimlich, oder?

Die Prüfungen im Detail

Der Hundeführerschein setzt sich aus einer theoretischen und einer praktischen Prüfung zusammen. In der Theorie müssen die Halter 35 Fragen beantworten – mindestens 26 richtige Antworten sind Pflicht. Die Themen reichen von Verhalten und Pflege über Gesundheit bis hin zu Training. Ein wahres Rundumschlag für angehende Hundehalter, könnte man sagen. Und die praktische Prüfung? Hier müssen die Halter beweisen, dass sie ihren Hund sicher führen können, etwa durch Grundkommandos. Das Ganze muss innerhalb eines Jahres nach dem Erwerb des Hundes erledigt sein, und für jeden Hund ist die Prüfung einzeln erforderlich. Also, wer denkt, die Sache sei ein „Schmankerl“, könnte sich täuschen.

Bevor es losgeht mit den Prüfungen, gibt es auch einige Voraussetzungen zu beachten. Der Hund muss mindestens 12 Monate alt, gechipt, geimpft und haftpflichtversichert sein. Die Versicherungssummen sind dabei nicht ohne: 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden müssen mindestens abgesichert sein. Wer die Prüfungen nicht ablegt, könnte mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro rechnen oder sogar die Hundehaltung untersagt bekommen. Das klingt nach einem ernsthaften Anreiz, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen!

Ein unterstützendes Umfeld

Merlin Krasniqi vom Hundetrainingszentrum Bremen hat sich bereits positiv zu dieser Initiative geäußert. Er betont jedoch, dass ausreichend administrative Kapazitäten nötig sind, um die Umsetzung des Hundeführerscheins zu gewährleisten. Ohne die richtigen Rahmenbedingungen wird es schwer, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen hier schnell reagieren, denn die Sicherheit aller Beteiligten liegt schließlich auf der Straße.

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Doch warum ist das alles so wichtig? In Deutschland gibt es keine bundesweite Meldepflicht für Hundebiss-Unfälle. Schätzungen zufolge treten jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Bissverletzungen durch Tiere auf, wobei Hunde für 60–80 % dieser Vorfälle verantwortlich sind. Das sind etwa 18.000 bis 40.000 Hundebiss-Verletzungen pro Jahr! Viele dieser Vorfälle bleiben unentdeckt oder werden nicht medizinisch behandelt. Besonders gefährdet sind Kinder, denn bis zu 25 % der Opfer sind unter 6 Jahre alt. Das macht die Notwendigkeit einer guten Hundeerziehung und verantwortungsvoller Haltung umso klarer.

Die Dunkelziffer bei Hundebissen ist hoch. Es gibt keine zentrale Erfassung, und die Statistiken variieren stark von Bundesland zu Bundesland. Einige Länder wie Berlin oder Bayern führen eigene Listen, aber die Vergleichbarkeit ist oft schwierig. In 2023 wurden in Deutschland drei Todesfälle aufgrund von Hundebissen registriert – ein trauriger Rekord, wenn man bedenkt, dass es im Durchschnitt rund 3,3 Todesfälle pro Jahr sind. Das zeigt, dass Hundebisse meist keine zufälligen Angriffe sind, sondern oft auf Missverständnissen oder falschem Handling beruhen.

Die Einführung des Hundeführerscheins in Bremen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Umso wichtiger ist es, dass wir alle uns unserer Verantwortung bewusst sind, wenn wir einen Hund in unser Leben lassen. Denn letztendlich sind wir nicht nur für uns selbst verantwortlich, sondern auch für das Wohl unserer pelzigen Freunde und die Sicherheit unserer Mitmenschen.