In Walle, einem Stadtteil von Bremen, tut sich gerade etwas ganz Besonderes. Auf einer ehemaligen Sperrmülldeponie am Waller Damm entsteht der „Wald-Weltacker“. Wer hätte gedacht, dass aus einem Ort voller Müll und Schrottautos ein Lernort für Nachhaltigkeit werden könnte? Initiator dieses Projekts ist der Verein für Sozialökologie, der auf fast 40 Jahre Erfahrung in ökologischer Landwirtschaft zurückblicken kann. Und das Beste: Unterstützt wird das Vorhaben nicht nur durch das Bundesumweltministerium, sondern auch durch die Bremer Umweltsenatorin.

Die Fläche von 2000 Quadratmetern wird von freiwilligen Helfern umgestaltet, die mit viel Elan und Hingabe daran arbeiten, den Wald-Weltacker zum Leben zu erwecken. Ein wichtiges Ziel ist es, Schulklassen, Kita-Gruppen und Fachkräfte praxisnah für nachhaltige Ernährung zu sensibilisieren. Denn wie wichtig das ist, wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass in Deutschland statistisch jeder Mensch 2700 Quadratmeter Ackerfläche benötigt. Da wird einem schon bewusst, wie ungleich die Verteilung der Flächen ist.

Ein einzigartiger Lernort

Der Wald-Weltacker soll nicht nur die Probleme der globalen Ernährung anschaulich machen, sondern auch zum Nachdenken über unsere eigenen Gewohnheiten anregen. Hier sollen alte Laub- und Obstbäume erhalten bleiben, was dem Projekt zusätzlich einen ökologischen Wert verleiht. Neben Schulklassen und Kita-Gruppen sind auch junge und ältere Erwachsene sowie Fachkräfte aus Küchen, Landwirtschaft und Lebensmittelhandel angesprochen. Wer einfach mal vorbeischauen möchte, kann dies ebenfalls tun – der Garten wird für spontane Besuche zugänglich sein.

Bisher wurden 4000 Euro in das Projekt investiert, um Müll zu entsorgen und Bodenproben zu nehmen. Eine große Unterstützung kommt von der Entsorgungsfirma Nehlsen, die Container zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es das Nachbarprojekt Waller Waldgarten, das von einer engagierten Gruppe Ehrenamtlicher angelegt wurde und den Wald-Weltacker unterstützt. Man merkt schon: Hier wird echtes Gemeinschaftsgefühl großgeschrieben.

Bildungsangebote und globale Zusammenhänge

Der Wald-Weltacker in Bremen ist Teil einer größeren Bewegung, die weltweit stattfindet. Ein Beispiel dafür ist der Weltacker in Dortmund, der als Lern- und Dialogort fungiert und die globale Landwirtschaft auf lokaler Ebene erlebbar macht. Besucher dort erfahren beispielsweise, wie viel Fläche verschiedene Lebensmittel, Futtermittel und Energiepflanzen benötigen. Themen wie globale Lieferketten, Biodiversität und Ernährungsgerechtigkeit stehen im Mittelpunkt. Die Ideen, die hier verwirklicht werden, sind nicht nur inspirierend, sondern auch notwendig, um die Herausforderungen der heutigen Zeit zu meistern.

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Die Bedeutung von Landwirtschaft ist zentral für die globale Wirtschaft. Sie versorgt Milliarden von Menschen mit Nahrung und Lebensunterhalt. Besonders spannend ist dabei der Aspekt der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die 70 bis 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe weltweit betreiben. Oft genug bleibt ihnen jedoch nicht genug übrig, um davon leben zu können. Eine nachhaltige Transformation der Lebensmittelsysteme ist daher unerlässlich. Projekte wie der Wald-Weltacker in Bremen sind kleine, aber wichtige Schritte in die richtige Richtung.

So wird der Wald-Weltacker in Walle nicht nur ein Ort für Bildung und Begegnung, sondern auch ein Symbol für die Notwendigkeit, bewusstere Entscheidungen in Bezug auf unsere Ernährung und Landwirtschaft zu treffen. Die Umgestaltung dieser ehemaligen Deponie zeigt, dass aus Altem Neues entstehen kann – und dass es sich lohnt, sich für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen.