In Bremen, wo der Wind oft durch die Straßen fegt und die Luft frisch ist, werden die Temperaturen zunehmend zur Herausforderung. Im Mai schafften es die Thermometer bereits auf fast 30 Grad, und das ist erst der Anfang. Die erste Hitzewarnung steht zwar noch aus, doch die Zeichen sind klar: Hitzewellen könnten in der Hansestadt nicht nur im Sommer, sondern auch in den Übergangszeiten zur neuen Normalität werden. Das macht Hitze zu einem der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken.
Um dem entgegenzuwirken, hat der Bremer Senat den Hitzeaktionsplan für Bremen und Bremerhaven ins Leben gerufen – ein umfassendes Konzept, das bereits im September 2024 beschlossen wurde. Dieser Plan, erarbeitet von BPW Stadtplanung, GEO-NET Umweltconsulting GmbH und dem Institut für Public Health und Pflegeforschung, zielt darauf ab, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen, insbesondere die vulnerablen Gruppen, die oft am stärksten betroffen sind. Prof. Dr. Gabriele Bolte brachte wertvolle Expertise ein, besonders in Bezug auf die gesundheitlichen Folgen von Hitze.
Ein neues Hitzeportal für Bremen
Mit dem neu gestarteten Hitzeportal wird eine zentrale Informationsplattform für alle Bremerinnen und Bremer geschaffen. Hier finden sich nicht nur aktuelle Hinweise und Verhaltensempfehlungen, sondern auch Hintergrundinformationen zur Hitze, die uns in Zukunft häufiger begegnen wird. Eine interaktive Karte zeigt kühle Orte in der Stadt und listet alle Trinkwasserstellen auf – ein wichtiger Schritt, um die Hitze erträglicher zu machen. Am Hitzeaktionstag, dem 11. Juni, wird das Portal auf Werbetafeln beworben, was sicher viele neugierig machen wird.
Der Hitzeaktionsplan umfasst insgesamt 26 Maßnahmen, die in fünf Bereichen organisiert sind: von der Risikokommunikation über das Management von Akutereignissen, bis hin zur klimaangepassten Stadtentwicklung. Das Ziel? Die Verhinderung eines Anstiegs der hitzeassoziierten Morbidität und Mortalität. Das klingt ziemlich ernst, ist aber notwendig, um den Bürgerinnen und Bürgern einen besseren Schutz zu bieten. Veranstaltungen wie Fortbildungsangebote für Fachkräfte und Infoveranstaltungen am 11. Juni sollen die Bevölkerung sensibilisieren und aufzeigen, wie man sich bei Hitze richtig verhält.
Gesundheitliche Chancengleichheit im Fokus
Ein besonders wichtiger Aspekt des Plans ist die Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit. Hier wird gezielt darauf geachtet, dass Ressourcen proportional zum Bedarf sozial benachteiligter Gruppen eingesetzt werden. Das ist ein Ansatz, der in der öffentlichen Gesundheit oft vernachlässigt wird, aber für Bremen von entscheidender Bedeutung ist. Die Stadt möchte sicherstellen, dass alle Bürgerinnen und Bürger, unabhängig von ihrem sozialen Status, Zugang zu Schutzmaßnahmen haben.
Die Entwicklung des Hitzeaktionsplans kam nicht aus dem Nichts. In Deutschland wird seit den 1970er Jahren eine Zunahme von Hitzewellen dokumentiert, und die Prognosen zeigen, dass sich diese Tendenz verstärken wird. Besonders urbane Ballungsräume wie Bremen werden von den extremen Temperaturen in den kommenden Jahren betroffen sein. Die extrem heißen Sommer der letzten Jahre – 2003, 2018, 2019 und 2022 – könnten bald zur Regel werden, nicht zur Ausnahme.
Mit einem umfassenden Hitzeaktionsplan, der auf den Empfehlungen der WHO basiert, will Bremen nicht nur auf die steigenden Temperaturen reagieren, sondern auch proaktiv handeln. Die Herausforderungen sind groß, aber die Bemühungen um mehr Informationsangebote, Fortbildung und bauliche Anpassungen in der Stadt sind ein Schritt in die richtige Richtung. Wenn alles nach Plan läuft, bleibt uns der Schweiß zumindest nicht ganz umsonst!
