Heute ist der 28.05.2026 und in Bremen, insbesondere in Hemelingen, gibt es wieder einmal ein spannendes Thema, das sich um unsere geliebten Lachse dreht. Der Weserwehr in Hastedt stellt sich als eine echte Barriere für die Fische heraus – und das schon seit Jahren. Um den Fischen den Aufstieg zu erleichtern, wurde eine Fischtreppe installiert. Doch die Freude über diese Maßnahme hält sich in Grenzen, denn die Lachszahlen bleiben weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Tatsächlich zeigt das Fischmonitoring der SWB für 2024, dass wir insgesamt weniger Fische in der Weser haben.
Die Ursachen für diesen Rückgang sind vielfältig. Der Stillstand des Kraftwerks und die Baggerarbeiten vor dem Wehr sind nicht gerade förderlich für die Fischpopulation. Immerhin wurden 2024 22 verschiedene Fischarten gezählt – ein buntes Treiben, könnte man sagen. Doch die häufigsten Arten, wie Rotaugen und Barben, sind nicht das, was Angler und Naturliebhaber im Sinn haben, wenn sie an unsere heimischen Lachse denken. Zander und Lachs wurden nur 25 und 17 Mal gezählt. Das sind die Zahlen, die uns nicht wirklich beruhigen, denn die Lachszahlen entsprechen den Vorjahren und das lässt aufhorchen.
Die Herausforderung der Wiederansiedlung
Die Bemühungen zur Wiederansiedlung des Lachses in der Weser laufen seit Jahren, doch die Fortschritte sind eher bescheiden. Angelvereine setzen Junglachse in die Weser aus, aber nur wenige finden tatsächlich den Weg zurück zu ihren Laichgründen. Die Rahmenbedingungen sind einfach nicht optimal. Lachse benötigen klare, kiesige Laichgründe – die findet man in begradigten Flüssen wie der Weser leider nur selten. Es ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen!
Die Fischtreppe am Weserwehr ermöglicht es den Fischen, bis zu sieben Meter Höhendifferenz zu überwinden. Sie besteht aus einer „Rauen Rampe“ auf der Nordseite des Kraftwerks. Auf der Südseite sorgt der Fischabstieg dafür, dass die Fische wieder in die Weser gelangen. Doch hier meldet sich der BUND zu Wort und kritisiert die Wirksamkeit der Fischtreppe. Sie fordern eine grundlegende Neuplanung, um die Situation für die Fische zu verbessern. Im Vergleich dazu gilt die Fischaufstiegshilfe in Geesthacht an der Elbe als erfolgreich. Da kann man sich schon fragen, warum das hier nicht funktioniert.
Wirtschaftliche Interessen und ökologische Herausforderungen
Während die SWB derzeit die Funktionstüchtigkeit der Fischtreppe untersucht, ist der Bau einer zusätzlichen Fischtreppe momentan keine Option. Das steht im Schatten der seit Jahren geplanten Weservertiefung, die für größere Containerschiffe benötigt wird. Wirtschaftsverbände betonen die wirtschaftliche Notwendigkeit dieser Vertiefung und erwarten geringere ökologische Folgen. Doch der BUND warnt vor einem Verlust der Artenvielfalt durch diese Maßnahmen. Es ist ein ständiger Balanceakt zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Erhalt unserer Natur.
Hier in Bremen spüren wir die Auswirkungen dieser Entwicklungen direkt. Der Fluss, der uns so viel Freude bereitet, steht vor großen Herausforderungen. Und während wir auf die Lachse hoffen, bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird. Ob wir demnächst wieder von einer prallen Lachserei berichten können? Man wird sehen – die Zukunft ist ungewiss, aber die Hoffnung bleibt!
