Heute ist der 24. Mai 2026. Die Sonne blitzt durch die Wolken über Bremen, und die Vorfreude auf die neue Fährsaison ist förmlich spürbar. Die Weserfähre „Gentsiet“ hebt sich wie ein treuer Freund aus der Winterruhe. Am 1. Mai 2026, so viel steht fest, wird sie wieder über die glitzernden Wasser der Weser gleiten. Das bedeutet nicht nur für die Anwohner an den Ufern von Hagen-Grinden und Ahsen-Oetzen eine willkommene Rückkehr, sondern auch für die vielen Radfahrer, die die Umgebung immer wieder für sich entdecken.
Der Fährverein Hagen-Grinden/Ahsen-Oetzen, gegründet im September 2001 mit gerade mal 46 Mitgliedern, hat sich inzwischen auf ca. 260 Mitglieder vergrößert. Das zeigt, wie sehr die „Gentsiet“ in den Herzen der Menschen verankert ist. In der vergangenen Saison zählte man bis zu 10.000 Fahrgäste, die die Überfahrt genossen haben. Und dieses Jahr könnte sogar der 175.000. Fahrgast bis zum großen Jubiläum des Vereins begrüßt werden – was für eine Leistung!
Fährbetrieb mit Tradition
Die Fähre selbst sieht aus wie ein schwimmendes Floß, ein fahrender Ponton, der mit einem Außenbordmotor ausgestattet ist. Er wurde vor kurzem wieder ans Wasser gelassen – ein Bild, das die Herzen der Anwohner höher schlagen lässt. Der Saisonstart am 1. Mai wird gefeiert mit kostenfreien Überfahrten von 10 bis 18 Uhr. Ein Shanty-Frühschoppen und Verpflegung durch Benshos Farm versprechen einen fröhlichen Auftakt.
Das Fährfest zum 25-jährigen Bestehen des Vereins steht ebenfalls vor der Tür. Am 30. August 2026 wird es richtig bunt, mit einer Vorführung der Wasserorgel der Kreisfeuerwehr Verden am 28. August. Da kann man sich auf ein richtiges Fest mit vielen Attraktionen freuen, das die lange Tradition der Fähre gebührend würdigt.
Ein Ehrenamt mit Herz
Frank Hustedt, Kapitän und zugleich Vereinsvorsitzender, hat die Verantwortung für das Wohl der Fahrgäste fest im Griff. Er und sein Team sorgen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Die Tickets werden von Anna Brake verkauft, die sich ehrenamtlich für den Verein engagiert. Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt, das von den Menschen vor Ort getragen wird. Auch die Finanzierung der Fähre „Gentsiet“ war eine gemeinschaftliche Anstrengung. Sie wurde größtenteils durch Spenden und öffentliche Fördermittel ermöglicht und kostete insgesamt 146.000 Euro.
Die Strecke zwischen Hagen-Grinden und Ahsen-Oetzen hat eine lange Geschichte. Der ursprüngliche Fährbetrieb wurde bereits 1959 eingestellt, doch 2001 nahm der Fährverein den Dienst wieder auf. Die Überfahrt ist oft ein Abenteuer, besonders bei schneller Strömung. Aber das macht den Reiz aus – die Fähre schneidet durch die Wellen, während der normale Schiffsverkehr über den Schleusenkanal verläuft.
Ein Ort der Ruhe und Natur
Die Umgebung der Fähre ist ein idyllisches Fleckchen Erde. Grüne, abgelegene Weidelandschaften laden dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Es gibt Rastmöglichkeiten auf der Grindener Uferseite, die perfekt sind für eine kleine Verschnaufpause. Viele Radfahrer nutzen die Fähre als Teil des Weserradwegs. So verbindet die „Gentsiet“ nicht nur zwei Ufer, sondern auch Menschen, die die Natur und die frische Luft lieben.
In den Wintermonaten wohnte die Fähre in der Scheune der Familie Fahrenholz, sicher und warm eingelagert. Jetzt, wo der Frühling Einzug hält, wird sie wieder zum Leben erweckt und bringt die Menschen zusammen – das ist es, was die „Gentsiet“ so besonders macht.