In Bremen sorgt ein neues Fahrradverbot in den Regionalexpress-Zügen RE8 und RE9 für gemischte Gefühle. Anlässlich von Himmelfahrt und dem darauffolgenden Pfingstwochenende hat die Deutsche Bahn beschlossen, die Mitnahme von Fahrrädern zwischen 9 und 19 Uhr zu untersagen. Das Verbot gilt vom 14. bis 17. Mai sowie vom 22. bis 25. Mai – und ja, das sind die beiden Feiertagswochenenden, an denen viele Ausflügler und Radfahrer unterwegs sind. Die Gründe für diese Maßnahme sind klar: Ein erhöhtes Passagieraufkommen an diesen Tagen und Kapazitätsengpässe durch Lieferverzögerungen des Herstellers Alstom. Aber wie kommen die Reisenden mit dieser Regelung klar?
Achim Werner und Holger Marx sind ganz klar nicht begeistert. „Ich hab mein Fahrradticket online gekauft und nichts von dem Verbot gewusst!“, schimpft Achim. Ganz anders sieht das Karsten Nümann: Er und seine Frau Monika sind mit ihren E-Bikes unterwegs und finden die Regelung eher unproblematisch, da sie vor 9 Uhr aufgebrochen sind. „Man muss halt rechtzeitig los“, meint er gelassen. Der Unmut lässt sich allerdings nicht von allen Reisenden wegdiskutieren. Holger Marx, der von Hamburg nach Köln reisen möchte, hat kein Verständnis für das Verbot und ist sogar bereit, den Zug nicht zu verlassen. „Was soll der Quatsch? Fahrradfahren ist einfach praktisch“, sagt er mit einem Stirnrunzeln.
Unklare Kommunikation
Die Kommunikation der Deutschen Bahn scheint nicht gerade das Gelbe vom Ei zu sein. Am Bahnsteig wechseln die digitalen Anzeigen zwischen „Fahrradmitnahme nicht möglich“ und „Fahrradmitnahme kann nicht garantiert werden“ – was soll der Reisende damit anfangen? Ein weiterer Reisender, Karsten Hazid, schüttelt ebenfalls den Kopf. „Ich hab kein Verständnis für so ein Verbot. Man möchte doch einfach nur seine Freiheit auf zwei Rädern genießen!“. Verständlich, oder? Die Deutsche Bahn hatte zwar in einer Pressemitteilung auf das Verbot hingewiesen, doch die digitale Anzeige sorgt für Verwirrung. Ein richtiger Kommunikationstrick, den man besser hätte vermeiden können.
Für all diejenigen, die an den Feiertagen nach Bremerhaven reisen möchten, wird es noch komplizierter. Die betroffenen Verbindungen sind der RE8 von Hannover über Bremen nach Bremerhaven-Lehe und der RE9 von Osnabrück über Bremen nach Bremerhaven-Lehe. Die Zeiten ohne Fahrradmitnahme sind klar definiert, und Reisende sollten sich gut überlegen, wie sie ihre Fahrten planen. Eine gute Idee ist es, größere Gruppen auf mehrere Verbindungen aufzuteilen und mit wenig Gepäck zu reisen. Das könnte die Reise trotz Verbot vielleicht ein wenig entspannter gestalten.
Information ist alles
Bevor man losfährt, ist es ratsam, sich im Vorfeld Informationen einzuholen. Die Deutsche Bahn empfiehlt, unter der Service-Rufnummer 0351 32300011 nachzufragen oder die angegebenen Internetadressen zu besuchen. In anderen Verkehrsverbünden, wie dem Mittelsachsen oder dem Vogtland, ist die Fahrradmitnahme oft auch kostenlos, aber das hängt von den verfügbaren Kapazitäten ab. Wer also in diesen Regionen unterwegs ist, hat vielleicht mehr Glück. Aber Bremen ist nun mal Bremen, und für die kommenden Feiertage heißt es: Planen, planen, planen!