In Bremen gibt es einen Anstieg der Eintritte in die Pflegeausbildung. Das klingt erstmal gut, oder? Doch während die Zahl der neuen Auszubildenden wächst, bleibt die Abbruchquote leider konstant hoch bei satten 31,34 Prozent. Das bedeutet, dass fast jeder dritte Azubi in der Pflege seine Ausbildung vorzeitig abbricht. Ein echtes Dilemma für die Branche! Um diesem Problem entgegenzuwirken, wird das Projekt „Bleib dran – Pflegeausbildung“ nun um drei Jahre bis zum 30. Juni 2026 verlängert. Hier soll gezielt daran gearbeitet werden, die Abbruchquote zu senken und mehr ausgebildete Fachkräfte zu gewinnen.
Besonders herausfordernd ist die Situation für Auszubildende im ersten Jahr und für jene mit Migrationshintergrund. Fast jeder zweite Schüler in der Pflegeausbildung hatte 2024 eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Die Gründe für die hohen Abbruchquoten sind vielfältig: Wohnungsnot, Behördenprobleme, familiäre Schwierigkeiten, Sprachhürden und sogar Rassismus stehen ganz oben auf der Liste. Auch psychische Probleme und Enttäuschungen über die Realität der Ausbildung sind häufige Themen, die zu einem vorzeitigen Ausstieg führen. In den letzten drei Jahren wurden im Rahmen des Projekts bereits 250 Gespräche geführt, um diese Herausforderungen zu erkennen und den Auszubildenden Unterstützung zu bieten.
Hürden auf dem Weg zur erfolgreichen Pflegeausbildung
Die Pflegeschulen in Bremen setzen nun Schulsozialarbeiter ein, um den Auszubildenden besser zur Seite zu stehen. Beraterinnen bieten Sprechstunden in den Schulen und Betrieben an, um die Gründe für das Verlassen der Ausbildung zu identifizieren. Die Finanzierung des Projekts erfolgt durch die Arbeitnehmerkammer und die Gesundheitsbehörde, jeweils mit 58.000 Euro pro Jahr. Ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten düsteren Szenario.
Deutschland hat 2020 ein modernes, EU-konformes Ausbildungssystem für die Pflege eingeführt, und die Bewerberzahlen wachsen jährlich. Doch die Realität sieht oft anders aus. Die Bundesagentur für Arbeit meldete kürzlich ein Plus von 9 % bei den Ausbildungsanfängern für 2024. Dennoch liegt die geschätzte Abbruchquote für Pflegefachkräfte nach drei Jahren Ausbildung bei rund 30 %. Dabei bleiben nur etwa 40.000 bis 42.000 Absolventen pro Jahr, während der Bedarf bei 70.000 bis 80.000 Vollzeit-Äquivalenten liegt. Eine echte Herausforderung für die Branche!
Konkrete Vorschläge zur Verbesserung
Die Gründe für die Abbrüche sind oft vielschichtig. Eine Kluft zwischen Theorie und Praxis, Überforderung durch den Schichtdienst und Konflikte mit Kollegen — all das trägt dazu bei, dass viele Auszubildende aufgeben. Vorschläge zur Verbesserung gibt es einige: Bezahlte Praxisanleitungen, Mentoring-Programme und regelmäßige Reflexionsgespräche sollen helfen, die Abbruchquoten zu senken. Modelleinrichtungen, die gut auf die Auszubildenden eingehen, berichten von Abbruchquoten unter 10 %. Das zeigt, dass es möglich ist, die Ausbildung attraktiver und unterstützender zu gestalten.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Auszubildende sollten ermutigt werden, aktiv ihre Pflegeschule und Praxisanleiter anzusprechen, wenn sie Schwierigkeiten haben. Gewerkschaften wie die ver.di Jugend bieten rechtliche Beratung an, und auch der Wechsel der Praxiseinrichtung oder die Suche nach Unterstützung beim Pflegestützpunkt können Optionen sein, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen.
Ehrlich gesagt, es gibt noch viel zu tun, um die Pflegeausbildung in Bremen und ganz Deutschland zu verbessern. Aber mit den richtigen Schritten und einer gemeinsamen Anstrengung kann vielleicht doch eine Wende für die zukünftigen Pflegekräfte erreicht werden. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.