In der Gemeinde Berne gibt es gerade massive Veränderungen im Fährverkehr, die viele Pendler und Nachtschwärmer betreffen. Der Aufsichtsrat der Fährgesellschaft Bremen-Stedingen hat am 26. Juni beschlossen, den Nachtbetrieb auf der Strecke Berne-Farge einzustellen. Warum? Die Nutzung war einfach zu gering, und wirtschaftliche Schwierigkeiten machen der Fährgesellschaft seit Jahren zu schaffen. Bürgermeister Hartmut Schierenstedt erfuhr von dieser Entscheidung nur durch die Recherche der NORDDEUTSCHEN. Eine offizielle Mitteilung an das Rathaus steht noch aus, was die Sache nicht einfacher macht. Es ist schon ein wenig frustrierend, wenn man über solche wichtigen Themen erst durch die Medien informiert wird!

Der aktuelle Nachtbetrieb sieht vor, dass die Fähre spätabends halbstündlich und in den frühen Morgenstunden stündlich fährt – zwischen Mitternacht und vier Uhr. Besonders ärgerlich ist das für die Gäste des Campingplatzes auf der Juliusplate. Sie müssen sich nun nach Alternativen umsehen, um nachts nach Bremen Nord zu gelangen. Die Fährgesellschaft kämpft seit 2019 mit finanziellen Verlusten, was nicht gerade für Optimismus sorgt. Geschäftsführer Ralf Kölpin wird am 1. Juli die Belegschaft über die Entscheidung informieren – ein denkbar unangenehmer Job, wenn man bedenkt, dass das Unternehmen seit Jahren keine kostendeckende Arbeit mehr geleistet hat.

Ein Blick auf die Zukunft

Die Nutzung des Nachtbetriebs war im Durchschnitt nicht gerade berauschend – gerade mal 8 bis 10 Fußgänger und Radfahrer nutzen die Fähre in der Nacht. Motorisierter Verkehr kann immerhin auf die Fährstelle Vegesack-Lemwerder ausweichen, aber das ist nicht wirklich eine Lösung für alle Betroffenen. Um vielleicht ein wenig gegenzusteuern, plant Kölpin, den Fahrplan der Fähre „Farge“ um eine Stunde nach hinten zu verschieben. Die Nachtfähre zwischen Vegesack und Lemwerder soll weiterhin im Halbstundentakt fahren, was zumindest für die Nachtpendler eine kleine Erleichterung sein könnte.

Und dann gibt es da noch die Tariferhöhung, die zum 1. August angekündigt wurde. Diese wird jedoch nicht ausreichen, um ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen. Ein kostendeckender Fährbetrieb war seit einigen Jahren nicht mehr möglich, und die Veränderungen im Mobilitätsverhalten seit der Corona-Pandemie haben die Situation nicht gerade verbessert. Die hohen Fixkosten – besonders in den Bereichen Personal und Treibstoff – drücken dem Unternehmen zusätzlich aufs Gemüt. So stehen die Verantwortlichen vor der Herausforderung, den Fährbetrieb zu optimieren und gleichzeitig die Kosten zu senken.

Nachhaltigkeit im Fokus

Doch es gibt auch Hoffnungszeichen! In Bremen wird an einer Machbarkeitsstudie für ein neues, nachhaltiges Fährkonzept gearbeitet. Die Idee ist, ein eng getaktetes und zeiteffizientes Fährangebot zu schaffen – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Dabei kommen moderne Antriebskonzepte und ressourcenschonende Materialien zum Einsatz. Die geplante Katamaranfähre könnte bis zu 80 Passagiere befördern und bietet barrierefreien Zugang sowie Platz für Fahrräder. Mit einem emissionsfreien elektrischen Antrieb könnte sie über 20 km/h erreichen. Das klingt doch nach einem vielversprechenden Ansatz für die Zukunft des Fährverkehrs auf der Weser!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Gestaltung von sieben Anlegestellen mit automatisiertem Festmachen und Batterieladung ist ebenfalls Teil des Plans. Wenn das Konzept erfolgreich umgesetzt wird, könnte es einen wichtigen Baustein für einen nachhaltigeren Fährverkehr darstellen. Es bleibt spannend, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird – ob die Fährgesellschaft Bremen-Stedingen sich erholen kann und welche Rolle die neuen Konzepte dabei spielen werden.