In Bremen wird derzeit eine spannende Diskussion geführt, die das Schicksal vieler neu ankommender Flüchtlingskinder betrifft. Der Flüchtlingsrat Bremen hat sich mit einer klaren Forderung zu Wort gemeldet: Er möchte, dass schulpflichtige Kinder von Asylbewerbern sofort in Regelschulen integriert werden. Diese Forderung stützt sich auf das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS). Ein mutiger Schritt, könnte man sagen. Doch die Antwort der Bildungsbehörde Bremen fiel anders aus. Patricia Brandt, die Pressesprecherin der Behörde, stellte klar, dass die Kinder zunächst über die Willkommensschulen in die Bildung eingeführt werden sollen. Diese werden den Oberschulen gleichgestellt und bieten eine intensive Sprachförderung an, um den Kleinen den Einstieg in die regulären Schulen zu erleichtern.

Allerdings bleibt der Flüchtlingsrat nicht untätig. Er kritisiert die bestehenden Lernangebote und bemängelt die mangelnde Inklusion und Diversität in den Willkommensschulen. Er hebt hervor, dass Bremen möglicherweise gegen die Vorgaben des GEAS verstößt, indem es das Recht auf Inklusion nicht ausreichend beachtet. Ein Vorwurf, der nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Der Flüchtlingsrat plant sogar, den Klageweg zu beschreiten, um die Rechte der betroffenen Kinder durchzusetzen. Das klingt nach einem echten Krimi!

Der Stand der Dinge

Aktuell werden an den Bremer Willkommensschulen etwa 650 Flüchtlingskinder im Alter von 11 bis 16 Jahren unterrichtet. Das sind doch schon ein paar! Pro Monat kommen zwischen 30 und 40 neue Flüchtlingskinder hinzu. Die Bildungsbehörde hat auf diese Entwicklung reagiert und beschlossen, die Kapazitäten der Willkommensschulen deutlich auszubauen. Bis zum Ende des Schuljahres werden rund 400 zusätzliche Plätze benötigt, und die Kapazität soll auf insgesamt 1.150 Schulplätze erhöht werden. Es ist also ordentlich was los in Bremen! Die bestehenden Einrichtungen in der Ellmersstraße und an anderen Standorten werden für stolze 625.000 Euro ausgebaut. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, wo man sich fragt, ob das nicht auch noch besser werden kann.

Doch die Kritik bleibt. Der Flüchtlingsrat sieht die Bildungspflicht verletzt und bemängelt die Segregation anstelle von echter Inklusion. Oerter vom Flüchtlingsrat stellt die Notwendigkeit des Sprachunterrichts in Frage und fordert eine bessere Ausstattung der Regelschulen. Brandt hingegen weist auf die Erfolge der Willkommensschulen hin und erwähnt stolz die Einrichtung in der Ellmersstraße, die im vergangenen Schuljahr 16 Mittlere Schulabschlüsse erzielt hat. Es gibt also auch Lichtblicke, aber die Herausforderungen sind nicht zu übersehen.

Schulbildung für geflüchtete Kinder

Ein Blick über die Bremer Landesgrenzen hinaus zeigt, dass die Situation geflüchteter Kinder in Deutschland alles andere als einheitlich ist. Laut einem UNICEF-Bericht haben viele geflüchtete Kinder gravierende Brüche in ihren Bildungsverläufen erfahren – das gilt sowohl für die Zeit vor als auch während der Flucht. In manchen Bundesländern besuchen geflüchtete Kinder monatelang keine Schule. Das steht im krassen Widerspruch zu den Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention, die einen diskriminierungsfreien Zugang zu Bildung ab dem ersten Tag der Ankunft garantieren. Ein Zustand, der dringend reformiert werden muss.

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Die Reform des GEAS soll bis 2026 sicherstellen, dass geflüchtete Kinder spätestens zwei Monate nach ihrem Asylantrag Zugang zum regulären Bildungssystem erhalten. Aber wie so oft gibt es auch hier Hürden, wie die kommunale Zuweisung, die nicht immer fristgerecht erfolgt. Es bleibt abzuwarten, ob und wie schnell sich diese Regelungen in der Praxis umsetzen lassen und welche Auswirkungen das auf die Bildungschancen der Kinder haben wird.