Es ist ein bewegtes Jahr für die Oldtimer-Liebhaber in Blumenthal. Bis Ende Juli 2023 müssen alle historischen Fahrzeuge den Oldtimer-Speicher verlassen – und zwar früher als geplant. Einrichtungsleiterin Andrea Bischoff von der Wirtschaftsförderung hat die unangenehme Nachricht bestätigt: Alle Mieter werden das Gebäude bis Jahresende verlassen müssen. Grund dafür sind Brandschutzmängel und die Kündigungen, die bereits im Sommer 2022 an die Oldtimer-Eigentümer verschickt wurden. Juristen und eine unabhängige Brandschutzsachverständige rieten zu diesem Schritt, um potenziellen Gefahren vorzubeugen.

Im Gebäude, das bis zu sechs Geschosse hat und stolze 16.000 Quadratmeter misst, waren vor einem Jahr noch 75 Autos und 10 Motorräder untergebracht. Wie es nun weitergeht, bleibt ungewiss. Die Stadt hat Unterstützung bei der Suche nach Alternativstandorten zugesagt – ein Stellplatzanbieter aus Oberneuland bietet bereits freie Kapazitäten an. Doch was wird aus dem Speicher? Architekten planen eine Umnutzung des Komplexes als Teil eines Schulcampus im Kämmerei-Quartier, konkrete Pläne für eine Schule allerdings existieren noch nicht. Der Fokus liegt aktuell auf dem zweiten Bauabschnitt des neuen Blumenthaler Schulzentrums, dessen Umbau sich um zwei Jahre verzögert hat.

Brandgefahren und Sicherheit

Die Schließung des Oldtimer-Speichers wirft auch ein Licht auf die Brandgefahr, die von alten Fahrzeugen ausgehen kann. Expertin Laura Kukuk von Glahn gibt Ratschläge für den Ernstfall: „Wenn es brennt, sofort anhalten, Motor ausschalten und das Fahrzeug verlassen!“. Diese Empfehlung ist nicht nur klug, sondern könnte im entscheidenden Moment Leben retten. ABC-Pulverfeuerlöscher sollten im Fahrzeug griffbereit sein – und natürlich muss die Feuerwehr schnell alarmiert werden, denn Brände können rasch außer Kontrolle geraten.

Vorbeugende Maßnahmen sind das A und O. Regelmäßige Sichtprüfungen von Kabeln und Schläuchen sind wichtig, und alte Batterien sollten gegen solche mit Laderegulierung ausgetauscht werden. Bei längeren Standzeiten ist es ratsam, die Batterie abzuklemmen. Und, ganz wichtig: Garagen sollten mit einem Feuerlöscher ausgestattet sein. Wer seine Schätze liebt, der tut gut daran, sie auch gut zu schützen.

Die Hintergründe verstehen

Die Ursachen für Brände bei Oldtimern sind vielfältig. Bis etwa 1985 waren häufig Probleme in der Gemischaufbereitung oder undichte Benzinschläuche die Übeltäter, während ab etwa 1985 vermehrt Kabelbrände und Kurzschlüsse auftraten. Auch die luftgekühlten Fahrzeuge sind nicht ganz ohne Risiko – hier können Ölaustritte und Staub brennbare Schichten auf Kühlrippen bilden. Man muss schon aufpassen, dass man die Schätze nicht in einen Schmelztiegel verwandelt.

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Die Versicherung OCC hat in den letzten Jahren festgestellt, dass die Zahl der Brandschäden bei ihren Kunden konstant geblieben ist. Der Brand gehört zu den häufigsten Teilkaskoschäden, und es ist nicht nur die Aufregung, die einen dabei überkommt – auch die Kosten können schnell in die Höhe schießen. Regelmäßige Wartung in Fachwerkstätten und die Einhaltung von Brandschutzmaßnahmen in Unterbringungsgebäuden sind da unerlässlich.

Es bleibt abzuwarten, wie die Lage für die Oldtimer-Eigentümer sich entwickeln wird. Während einige vielleicht schon neue Stellplätze gefunden haben, ist für andere die Ungewissheit spürbar. Blumenthal wird sich verändern, und man kann nur hoffen, dass die geliebten Fahrzeuge bald einen neuen, sicheren Platz finden. Die Erinnerungen an den Oldtimer-Speicher werden jedoch bleiben – und vielleicht wird der eine oder andere Oldtimer-Liebhaber sein Fahrzeug bald in einer neuen Umgebung bewundern können.