Im Bremer Norden gibt es spannende Entwicklungen für Paare, die mit der Diagnose Demenz konfrontiert sind. Joachim Böhm hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wohnprojekte zu entwickeln, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen zugeschnitten sind. Gemeinsam mit Peter Haupt, der seit sieben Jahren seine Frau pflegt, sucht er nach sechs bis acht Paaren, die Teil dieser innovativen Wohnform werden möchten. Die Idee dahinter? Gemeinschaftliche Unterstützung und ein Netzwerk schaffen, in dem sich die Menschen gegenseitig helfen können.

Das geplante Konzept sieht eine Genossenschaft vor, die die Finanzierung der Sozialwohnungen übernimmt. Anders als bei traditionellem Eigentum sind die Teilnehmer nicht Eigentümer, sondern Anteilseigner. Es wird ein neues Haus gebaut oder ein bestehendes Gebäude umgebaut, um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden. Kleinere Appartements sind dabei besonders wichtig: Sie sollen verhindern, dass jemand ausziehen muss, wenn der Partner stirbt. Ein Gemeinschaftsraum wird ebenfalls Teil des Konzepts sein. Hier könnten die Bewohner gemeinsam kochen, essen und sich austauschen – ein bisschen wie in einer großen Familie.

Die Herausforderungen im Alltag

Die Diagnose Demenz verändert das Leben nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Familien. Angehörige stehen oft vor enormen Herausforderungen und stoßen an ihre Grenzen, wenn es um die häusliche Pflege geht. Laut aktuellen Statistiken leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, und zwei Drittel bis drei Viertel von ihnen werden von Angehörigen gepflegt. Eine Demenz-WG kann hier eine willkommene Alternative zum klassischen Pflegeheim darstellen. In solchen Wohngemeinschaften leben sechs bis zwölf Personen zusammen, und sie werden von einem ambulanten Pflegedienst unterstützt. Diese Wohnform fördert Selbstbestimmung und ein normales Familienleben, was für viele Angehörige ein wichtiger Aspekt ist.

Monika Schneider bringt noch einen weiteren interessanten Punkt ins Spiel: Sie betont, wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit Wohnmöglichkeiten zu beschäftigen – am besten schon mit 60 Jahren. In Deutschland mangelt es an altersgerechten Wohnungen, und der Wohnungsbestand ist in vielen Bereichen nicht barrierefrei. Das ist ein echtes Problem, vor allem wenn man bedenkt, dass der Aufbau eines gemeinschaftlichen Wohnprojekts fünf bis zehn Jahre in Anspruch nehmen kann. Wer also plant, irgendwann einmal in eine solche Wohnform zu ziehen, sollte rechtzeitig aktiv werden.

Ein Blick in die Zukunft

Böhm und Haupt sind mit ihren Plänen noch am Anfang. Während Böhm in den Bremer Norden ziehen möchte, plant Haupt seinen Umzug nach Dachau. Beide Männer haben die Vision, in den kommenden zwei Jahren ihre ersten Projekte zu realisieren. Auch wenn es momentan einige Anfragen gibt, sind noch keine festen Zusagen für die geplanten Wohnprojekte eingegangen. Aber die Idee, pflegenden Angehörigen Entscheidungen abzunehmen und ein selbstbestimmtes Leben in Gemeinschaft zu ermöglichen, ist vielversprechend.

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Die Vorteile einer Demenz-WG sind vielfältig: Sie bieten eine familiäre Atmosphäre, hohe Selbstbestimmung und einen hervorragenden Personalschlüssel. Besonders wichtig ist, dass die Bewohner aktiv in den Alltag einbezogen werden. Das gemeinsame Kochen, der Austausch im Gemeinschaftsraum und die Einbeziehung der persönlichen Biografie in die Pflege helfen, die Lebensqualität der Bewohner zu erhalten. Klar ist: Die Suche nach einer passenden Demenz-WG erfordert Eigeninitiative. Es gibt keine zentrale Datenbank, und oft müssen Angehörige selbst aktiv werden, um die richtige Lösung zu finden.

Wenn Sie mehr über die geplanten Wohnprojekte erfahren möchten, besuchen Sie die Webseite www.demenz-wohnen.de. Die Zeit drängt, und die Möglichkeiten sind vielfältig.