In Bremen-Nord hat der Friedhof der evangelischen Kirchengemeinde Aumund-Vegesack traurige Schlagzeilen gemacht. Im Mai wurden hier gleich mehrere historische Grabmale von Metalldieben heimgesucht. Es ist ein unfassbarer Verlust, der nicht nur den materiellem Wert der entwendeten Gegenstände widerspricht, sondern auch die tiefen emotionalen Wunden, die solche Taten hinterlassen. Die Diebe zielten insbesondere auf Kupfer ab und hinterließen ein Bild der Verwüstung.

Von den Dieben betroffen ist das Grabmal von Johann Friedrich Rohr, einem ehemaligen Stadtdirektor, der von 1850 bis 1913 lebte. Seine bekrönende Urne im Jugendstil mit einem kunstvollen Figurenrelief fehlt seit dem 17. Mai. Man kann sich vorstellen, wie die Angehörigen sich fühlen müssen – die Geschichte Vegesacks wird nicht nur durch solche Grabmale erzählt, sondern auch durch die Erinnerungen, die damit verbunden sind. Rohr war nicht nur ein bedeutender Druckereibesitzer, sondern auch Herausgeber der „Norddeutschen Volkszeitung“ und sorgte für eine regelmäßige Fährverbindung nach Lemwerder.

Die traurige Realität der Friedhofs-Vandalismen

Ein weiteres betroffenes Grab ist das von Anna Hofmann, geborene Stehnken, die 1857 zur Welt kam und 1912 starb. Sie war die Witwe des ersten Strandlust-Wirtes Albert Hofmann. Hier fehlt seit dem 24. Mai eine zierende Urne aus Kupfer, die gewaltsam entfernt wurde. Diese Grabstätte gehört zur Familiengrabstätte der Buchhändlerfamilie von C. C. Otto. Es ist nicht nur der materielle Verlust, der schmerzt, sondern auch der ideelle Wert, der durch solche Taten unwiderruflich beschädigt wird.

Die Kirchengemeinde setzt alles daran, die historischen Grabmale zu erhalten, und dennoch bleibt die Frage: Wie kann man solche Vandalismusschäden verhindern? Ein zunehmendes Problem, denn nicht nur in Bremen, sondern auch in anderen Städten wie Oldenburg oder Iserlohn häufen sich die Meldungen über Diebstähle und Grabschändungen. Die Polizei München hat im Februar dieses Jahres eine Vielzahl von Diebstählen registriert, die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. 17 Diebstähle im Jahr 2021, 26 im Jahr 2022 – das ist ein besorgniserregender Trend.

Emotionale Folgen und mögliche Lösungen

Die Angehörigen empfinden oft einen tiefen Schmerz über den Verlust an den Gräbern ihrer Liebsten. Tobias Pehle, der von einem gestohlenen Engel aus Bronze berichtete, beschreibt den Diebstahl als Grabschändung, die eine emotionale Betroffenheit hinterlässt, die sich kaum in Worte fassen lässt. In Niedersachsen, wo immer mehr Statuen von Friedhöfen verschwinden, wird es zunehmend zu einem Millionenschaden. Die hohen Preise für Buntmetall scheinen eine der Hauptursachen für diese abscheulichen Taten zu sein. Diebe verkaufen die gestohlenen Gegenstände häufig an Recyclingunternehmen oder ins Ausland.

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Um dem Einhalt zu gebieten, rät Bestattungsexperte Alexander Helbach dazu, keine wertvollen Gegenstände auf den Gräbern abzulegen. Friedhofsverwaltungen sollten Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, etwa durch Einschränkungen bei der Zufahrt von Fahrzeugen oder sogar Videoüberwachung. Obwohl es Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre der Trauernden gibt, könnte dies eine Möglichkeit sein, die Diebstähle zu reduzieren.

Die Kirchengemeinde Aumund-Vegesack und die Polizei hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer etwas gesehen hat, kann sich an die Friedhofsverwaltung unter buero-aumund-vegesack@kirche-bremen.de wenden. Es bleibt zu hoffen, dass die Täter bald gefasst werden und dass solche schmerzhaften Verluste in Zukunft vermieden werden können. Die Geschichte Vegesacks, die in diesen Grabmalen weiterlebt, hat es verdient, geschützt zu werden.