In Bremen-Nord ist die Diskussion um illegale Baumfällungen erneut entbrannt. Der Arbeitskreis Bremen-Nord des BUND fordert mehr Aufmerksamkeit für dieses drängende Problem. Co-Sprecher Reinhold Koch macht deutlich, dass illegale Baumfällungen konsequent verfolgt und hart bestraft werden müssen. Besonders in Burglesum hat die Problematik in den letzten Monaten an Brisanz gewonnen. Die Umweltbehörde ist bereits seit März mit der Untersuchung einer mutmaßlich nicht genehmigten Fäll- und Rodungsaktion an der Bremer Heerstraße beschäftigt.

Ein Blick zurück auf das Jahr 2022 zeigt, dass es auch dort zu einer ungenehmigten Fällaktion auf einem 7000 Quadratmeter großen Wald- und Grüngürtel an der Grambkermoorer Landstraße kam. Die Umweltbehörde ordnete eine Wiederaufforstung an, doch der Grundstücksbesitzer hat mittlerweile Klage beim Verwaltungsamt Bremen eingereicht. Koch fordert, dass illegale Fällungen in der nächsten Sitzung des Beirats Burglesum besprochen werden, um die Diskussion über die Bedeutung von Stadtbäumen als Hitzeschutz für Mensch und Tier anzuregen.

Die Bedeutung von Stadtbäumen

Bäume in der Stadt sind nicht nur grüne Oasen, sie sind auch essenziell für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen sowie für den Erhalt der Artenvielfalt. Koch hebt hervor, dass Baumfällungen nur in Ausnahmefällen genehmigt werden sollten. Die Pflege, Bewässerung und das Pflanzen neuer Bäume im Stadtgrün müssen verstärkt werden, um die Lebensqualität in Bremen zu sichern.

In Bremen beginnt die Baumfällsaison am 1. Oktober und endet am 28. Februar. Während dieser Zeit werden kranke und abgängige Bäume in allen Stadtteilen entfernt, wobei die Fällungen gemäß dem Bremischen Naturschutzgesetz erfolgen. Außerhalb dieser Frist sind Fällungen nur in Ausnahmefällen erlaubt, etwa bei starker Gefährdung durch Sturz- oder Bruchgefahr. Die Sicherheit im Verkehr ist der Hauptgrund für Baumfällungen, doch auch Krankheiten, der Klimawandel und Baumaßnahmen tragen dazu bei.

Herausforderungen und finanzielle Mittel

Bremen hat rund 75.000 Straßenbäume und etwa 90.000 weitere Bäume in Parks und öffentlichen Flächen. Doch die Pflege und Neupflanzung der Bäume wird durch den Klimawandel immer aufwendiger und kostspieliger. Im Durchschnitt betragen die Kosten für die Neupflanzung und Pflege eines Straßenbaums über fünf Jahre hinweg 5700 Euro. Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft setzt sich dafür ein, dass im Doppelhaushalt 2024/25 mehr finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Aktuell sind die vorhandenen Mittel für Baumpflege und Neupflanzungen nicht ausreichend, was die Situation weiter verschärft.

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Zusätzlich wurde ein Antrag auf Bundesförderung zur Neupflanzung von mehreren hundert Stadtbäumen gestellt, um die grüne Infrastruktur Bremens zu stärken. Die Bürger sind aufgerufen, Informationen über Baumfällungen und -pflanzungen in einer entsprechenden Karte einzusehen, die regelmäßig aktualisiert wird. Es bleibt zu hoffen, dass die kommenden Monate eine Kehrtwende in der Wertschätzung und Pflege der Bäume in Bremen bringen werden, denn schließlich sind sie nicht nur ein Teil unserer Natur, sondern auch ein wichtiger Bestandteil unseres urbanen Lebensraums.