Im Klinikum Bremen Mitte gibt es seit der Eröffnung des Teilersatzneubaus im Jahr 2019 massive Baumängel in den Lüftungsanlagen. Diese Probleme blieben über Jahre hinweg im Verborgenen, bis ein Wechsel der Wartungsfirma die Mängel ans Licht brachte. In den Lüftungsanlagen wurden falsche Rohre verbaut – das ist schon mal ein echter Hammer! Jetzt muss die Sanierung in 16 OP-Sälen und weiteren Räumen durchgeführt werden, was die Verantwortlichen vor eine große Herausforderung stellt.
Die geschätzten Kosten für die notwendigen Reparaturen belaufen sich auf 900.000 Euro. Dorothea Dreizehnter, die Geschäftsführerin der Geno, und Karen Matiszick, die Sprecherin, haben die Mängel mittlerweile bestätigt. Matiszick beruhigt jedoch, dass bisher keine Gesundheitsgefahr besteht, da regelmäßige Überprüfungen der Luftqualität erfolgt sind. Die Reparaturen sollen schrittweise bis zum Frühjahr 2027 durchgeführt werden, was einen langen Atem erfordert.
Rechtliche Schritte und Unsicherheiten
Die Geno steht in Kontakt mit einem Fachanwalt, um mögliche rechtliche Schritte gegen die verantwortliche Baufirma und den Generalplaner zu prüfen. Heiko Strohmann, Vorsitzender der Gesundheitsdeputation, äußert sich skeptisch über die Möglichkeit, die Kosten von diesen Parteien zurückzufordern. Er hat seine Zweifel, dass die 900.000 Euro ausreichen werden, um die gesamten Mängel zu beheben. Es scheint, als ob das Thema noch viel Diskussionsstoff bieten wird.
In der Branche ist das kein Einzelfall. Laut dem Baurechtsreport 2021 des TÜV-Verbands ist der Anteil der geprüften Lüftungsanlagen mit wesentlichen Mängeln auf 34,2 % gestiegen. Ein alarmierender Trend, der die Wichtigkeit von funktionierenden Lüftungs- und Klimaanlagen unterstreicht – besonders in Anbetracht der Corona-Pandemie. Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, hebt hervor, wie entscheidend solche Anlagen für die Reduzierung des Ansteckungsrisikos in Innenräumen sind. Es ist bedauerlich, dass in Schulen und anderen Einrichtungen versäumt wurde, das Infektionsrisiko durch bauliche und technische Maßnahmen zu senken.
Ein Blick in die Zukunft
Die Prüfungen von Lüftungsanlagen sind für Sonderbauten, wie Krankenhäuser und Schulen, vorgeschrieben und sollten dringend ernst genommen werden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Über 25 % der geprüften Anlagen wiesen wesentliche Mängel auf, und bei 44 % der Anlagen waren geringfügige Mängel festzustellen. Ein gewisser Handlungsbedarf ist also mehr als gegeben!
Um die Funktionsfähigkeit dieser sicherheitstechnischen Anlagen zu verbessern, könnten digitale Technologien eine Lösung bieten. Diese könnten frühzeitig Fehlfunktionen erkennen und die Steuerung sowie Überwachung der Anlagen effizient per Fernwartung ermöglichen. Eine Idee, die in Zukunft vielleicht mehr Gehör finden wird – denn was nützt die beste Technik, wenn sie am Ende nicht richtig funktioniert?