In Marßel, einem Stadtteil von Bremen, steht der Jugendclub Ups an der Upsalastraße vor einer großen Herausforderung. Die Schließung droht, weil die Sozialbehörde die institutionelle Förderung einstellen will. Das bedeutet ein finanzielles Aus für viele Angebote, die für die Jugendlichen in der Umgebung so wichtig sind. Werner Müller vom Netzwerk „Wir in Marßel“ hat die Situation klar umrissen: „Jugendeinrichtungen sind nicht nur ein Ort zum Hängen, sondern ein zentraler Bestandteil der sozialen Infrastruktur in Bremen“, sagt er. Und das hat er mit seinen Worten auch gut auf den Punkt gebracht.
Gerade läuft eine Online-Petition mit dem Titel „Für eine bedarfsgerechte und institutionelle Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit in Bremen“. Bis zum 28. Mai haben bereits mehr als 3100 Unterstützer ihre Unterschrift geleistet. Ein starkes Zeichen! Müller appelliert besonders an die Marßeler Bürger und die Jugendlichen, sich an der Petition zu beteiligen und ihre Stimme zu erheben. Schließlich können sich Interessierte auch direkt an die Sozialbehörde unter office@soziales.bremen.de wenden.
Ein Aufruf zur Demonstration
Am Freitag, den 29. Mai, findet eine stadtweite Demonstration gegen die Schließung von Jugendfreizeiteinrichtungen statt. Der Treffpunkt ist um 15.45 Uhr beim Weserstadion, und das Ziel ist der Domshof. Alle sind eingeladen, ein sichtbares Zeichen für soziale Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und lebendige Stadtteile in Bremen zu setzen. Es ist eine Gelegenheit für Kinder, Jugendliche, Eltern, Nachbarn und Unterstützer, gemeinsam für ihre Anliegen einzutreten.
Die finanzielle Lage in Bremen-Nord ist angespannt. Während die Region insgesamt 600.000 Euro mehr für die Jugendarbeit erhält, bleibt Marßel leer ausgegangen. Diese Ungleichheit ist nicht nur frustrierend, sondern gefährdet auch die Existenz der Einrichtungen, die für viele junge Menschen von Bedeutung sind. Müller macht deutlich: „Wir benötigen dringend eine verlässliche institutionelle Förderung, um Personal, Öffnungszeiten und pädagogische Angebote aufrechterhalten zu können.“ Die Sorgen sind greifbar, nicht nur bei den Verantwortlichen, sondern auch bei den Jugendlichen, die auf diese Angebote angewiesen sind.
Die Petition und ihre Forderungen
Die Petition richtet sich an den Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft und enthält klare Forderungen: Der Erhalt bestehender Einrichtungen ohne Schließungen oder Kürzungen ist unabdingbar, ebenso wie eine verlässliche institutionelle Förderung. Die Unterzeichner betonen die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Finanzierung, die die sozialen Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt. Und das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis – es geht um die Zukunft der Kinder und Jugendlichen in Bremen.
Die Bedeutung von offener Kinder- und Jugendarbeit kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sie ist essentiell für Bildung, Prävention, Integration, soziale Teilhabe und Demokratieförderung. Ein Beispiel aus der Nachbarschaft ist die Kinder- und Jugendfarm Bremen in Habenhausen, die seit 1984 aktiv ist. Ein Ort, der nicht nur Spaß macht, sondern auch Bildung bietet und Gemeinschaft stiftet. Doch auch diese Einrichtung könnte durch die geplante Mittelneuverteilung ab 2027 unter Druck geraten.
Die aktuelle Situation ist besorgniserregend. Finanzielle Unsicherheiten führen zu Einschränkungen und Personalabbau, was die Existenz vieler Einrichtungen gefährdet. In dieser angespannten Lage ist es wichtig, dass die Stimmen der Betroffenen gehört werden. Die Bürger von Bremen sind aufgerufen, aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt und ihrer Angebote für Kinder und Jugendliche mitzuwirken. Das ist nicht nur ein politischer Aufruf, sondern ein Aufruf an die Gemeinschaft, zusammenzustehen und für eine bessere Zukunft zu kämpfen.
