Heute ist der 27.05.2026 und die Musiklandschaft in Bremen-Nord ist um ein weiteres Stück ärmer geworden. Das Lesumer Dixieland-Festival, das in den letzten Jahren eine feste Größe in der Region war und Dixieland, Jazz sowie Swing am idyllischen Lesumer Hafen feierte, fällt in diesem Jahr aus. Ein trauriger Anlass, der nicht nur die Organisatoren, sondern auch viele Fans der Musik berührt.
Lutz Hößelbarth, der das Festival mit Herzblut als sein „Baby“ bezeichnet, hat es nicht leicht. Der Grund für die Absage sind Sponsorenmangel und stark gestiegene Kosten. Die Organisatoren, zu denen auch Uwe Schröter und Florian Boehlke zählen, konnten keine Finanzierung sicherstellen. Die Zukunft des Festivals bleibt ungewiss, und eine Neuauflage steht in den Sternen. Es ist bemerkenswert, dass das Festival im Vorjahr noch sein zehnjähriges Bestehen feierte und das Programm für dieses Jahr bereits feststand. Doch der Wind hat sich gedreht.
Die Herausforderungen der Finanzierung
Die Kosten für Strom, Technik und Müllentsorgung sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – kein leichtes Pflaster für die Veranstalter. Hößelbarth hatte bereits im Vorjahr Schwierigkeiten bei der Sponsorensuche bemerkt. Auch die langjährigen Partner konnten diesmal keine neuen Sponsoren an Land ziehen. Es ist eine bittere Pille, die die Organisatoren schlucken müssen, zumal bereits angefragte Bands eine verbindliche Zusage benötigten, die nicht gegeben werden konnte.
Uwe Schröter, der Anfang des Jahres in die Organisation eintrat, hat große Pläne. Er möchte versuchen, das Festival für das kommende Jahr wieder auf die Beine zu stellen und plant, im Herbst mit der Sponsorensuche zu beginnen. Ein ambitioniertes Vorhaben – gerade in Zeiten, in denen auch andere Festivals, wie zum Beispiel das berühmte Internationale Dixieland Festival in Dresden, mit ähnlichen finanziellen Sorgen kämpfen.
Ein Blick nach Dresden
In Dresden, das als Europas Dixie-Hauptstadt gilt, findet vom 12. bis 19. Mai das 52. Internationale Dixieland Festival statt. Hier werden 38 Bands und Solisten aus insgesamt zehn Ländern erwartet – ein wahres Fest für die Ohren mit rund 250 Stunden traditionellem Jazz. Knapp die Hälfte der Veranstaltungen ist sogar eintrittsfrei! Doch auch hier gibt es finanzielle Herausforderungen: Der schleppende Vorverkauf, wirtschaftlich bedingte Absagen von Partnern und steigende Kosten machen den Veranstaltern zu schaffen.
Die Sächsische Festival Vereinigung fordert verlässliche Finanzierungshilfen von der öffentlichen Hand. Es bleibt abzuwarten, ob sie diese Unterstützung erhalten werden. In diesem Jahr plant man neben den traditionellen Formaten auch neue, aufregende Ideen, wie „Dixie meets Barock“ und „Boogie-Wohnzimmerkonzert“. Solche Innovationen könnten vielleicht auch das Lesumer Dixieland-Festival inspirieren.
Die Zukunft der Dixieland-Festivals
Die Herausforderungen sind also nicht nur auf Bremen-Nord beschränkt. Auch in Dresden wird deutlich, wie wichtig eine solide finanzielle Grundlage für die Durchführung solcher Festivals ist. Die Auflagen der Stadt, alle öffentlichen Auftrittsflächen mit zertifizierten Terrorabwehrsperren auszustatten, treiben die Kosten in die Höhe. Hier wird ein Defizit von 60.000 Euro prognostiziert. Ein hartes Los für die Organisatoren, die dennoch versuchen, das Beste aus der Situation zu machen. Sie werben für einen freiwilligen Eintritt und bieten Spendenmöglichkeiten an – eine kreative Lösung, um die Kultur am Leben zu erhalten.
Die Absage des Lesumer Dixieland-Festivals ist mehr als nur ein Verlust für einen Stadtteil. Es zeigt die fragilen Strukturen, auf denen solche kulturellen Veranstaltungen beruhen. Die Musik, die uns zusammenbringt, braucht Unterstützung, Leidenschaft und vor allem Stabilität. Wir dürfen gespannt sein, ob die Organisatoren in Lesum einen Weg finden, um dieses Stück Lebensfreude im nächsten Jahr wieder auf die Bühne zu bringen.
