In Vegesack wird es im Juni musikalisch ganz groß: Der Chor Ton-Art hat sich seit Dezember in die Proben für Joseph Haydns Meisterwerk „Die Schöpfung“ vertieft. Man kann sich das lebhaft vorstellen – 25 Sängerinnen und Sänger, viele davon Teil der Chorfamilie seit Jahren, versammeln sich, um ihre Stimmen zu einem harmonischen Ganzen zu vereinen. Die Vorfreude ist greifbar, denn die Generalprobe mit Solisten und Orchester steht kurz bevor und die Aufführungen rücken näher. Wer das Vergnügen haben möchte, die Darbietung zu erleben, hat am 20. und 21. Juni jeweils um 17 Uhr in der katholischen Kirche Heilige Familie die Gelegenheit dazu. Einlass ist ab 16.30 Uhr – also rechtzeitig kommen, um einen guten Platz zu ergattern!

Karten sind im Vorverkauf für 20 Euro erhältlich – an der Abendkasse kosten sie 23 Euro. Vorverkaufsstellen sind die Buchhandlung „Lesumer Lesezeit“ sowie die Gemeinden Pfarrkirche Heilige Familie und St. Marien Blumenthal. Diese Neufassung des Oratoriums, die eine Aufführung mit einem kleinen Projektorchester ermöglicht, hat den Chorleiter Andrzej Potapczuk total begeistert. Es erfüllt ihn, diesen lang gehegten Wunsch endlich umsetzen zu können. Und er hat sich mit den Proben mächtig ins Zeug gelegt, gibt Anweisungen zur Optimierung des Gesangs und bringt seinen Leuten die Feinheiten des Werkes näher.

Eine musikalische Reise durch die Schöpfung

Die Solisten, die dem Publikum ihre stimmlichen Fähigkeiten präsentieren, sind Anna Terterjan, Christian Volkmann und Francisco Henriques. In Haydns „Die Schöpfung“ übernehmen sie die Rollen der Erzengel und erzählen in drei Teilen die Geschichte der Schöpfung. Es ist ein Stück, das schon lange in der Herzen der Menschen verankert ist – die Uraufführung fand bereits 1799 im Wiener Burgtheater statt und wird bis heute als eines der beliebtesten Chorwerke angesehen. Haydn selbst beschrieb seine intensive spirituelle Verbindung während der Komposition, die drei Jahre in Anspruch nahm.

Ein großer Teil des Chors wird in monumentalen Passagen eingesetzt, die das Ende eines Schöpfungstags feiern. Wenn man sich die Ouvertüre vorstellt, die das Ur-Chaos skizziert und dann ins strahlende C-Dur wechselt – das ist einfach magisch! Und während der Aufführungen wird das Orchester unter der Leitung von Silke Mund-Küster, die auch als Konzertmeisterin fungiert, mit 30 Profimusikern auf der Bühne stehen. Über das Zusammenspiel von Chor und Orchester wird das Publikum auf eine musikalische Reise durch die Schöpfung mitgenommen.

Ein Werk von zeitloser Schönheit

Das Orchester wird mit einer Vielzahl von Instrumenten, die für die damalige Zeit typisch waren, aufwarten: von Querflöten über Klarinetten bis hin zu Trompeten und Posaunen. Haydn hatte sich ein großes Klangvolumen gewünscht, das die komplexen und emotionalen Momente des Werkes perfekt transportiert. Bei der Uraufführung kamen sage und schreibe 120 Instrumentalisten und 60 Sänger zum Einsatz – das ist schon eine Hausnummer! Es ist kein Wunder, dass die Presse das Werk damals als das vollendetste von Haydn lobte.

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Und während die Musizierenden sich auf den großen Auftritt vorbereiten, wird der symbolische Wert der Aufführungen von Pastoralreferentin Ute Zeilmann hervorgehoben. In Anbetracht der personellen Entwicklungen in der Kirche sind diese Konzerte nicht nur musikalisch, sondern auch spirituell von Bedeutung. Man kann nur hoffen, dass die Aufführungen im Juni genauso berührend und eindrucksvoll werden wie die ersten, die Haydn in die Geschichte einging – denn „Die Schöpfung“ ist ein Werk, das das Herz öffnet und die Seele zum Schwingen bringt.