Zukunft des Jugendklubs Ups in Marßel: Ein Wettlauf gegen die Zeit
Heute ist der 19.06.2026 und die Lage des Jugendklubs Ups in Marßel, Bremen, ist alles andere als rosig. Die Zukunft des Klubs steht auf der Kippe, da ab 2027 keine institutionelle Förderung mehr zur Verfügung steht. Das bedeutet, die Finanzierung für Personal- und Betriebskosten wird wegfallen. Das trifft vor allem die Kinder und Jugendlichen in der Umgebung, die auf diese Anlaufstelle angewiesen sind. Der Klub ist nicht nur ein Ort, an dem man sich trifft und Spaß hat – er ist das einzige leicht zugängliche Freizeitangebot für junge Menschen ab zehn Jahren in der Gegend, besonders für viele aus benachteiligten Familien. Die Sorgen sind groß.
Die Umstellung von institutioneller Förderung auf Projektförderung sorgt zusätzlich für Verunsicherung. Dariush Hassanpour, der Verantwortliche der Awo, äußert sich enttäuscht über diese Entscheidung, sieht jedoch auch die Chance in der neuen, flexiblen Projektförderung. Das Sozialressort betont, dass das Jugendangebot in Marßel auf jeden Fall gesichert bleibt, allerdings müssen Förderanträge gestellt werden. Aber wie realistisch ist das, wenn die konkrete Förderhöhe für den Klub noch nicht festgelegt wurde?
Ein unverzichtbarer Treffpunkt
Der Jugendklub Ups ist mehr als nur ein Ort; er ist eine wichtige Schnittstelle zwischen Jugendlichen und staatlichen Institutionen. Hier finden sich die Jungs und Mädels zu gemeinsamen Aktivitäten zusammen – sei es im Graffiti-Raum, beim Zocken im Gaming-Raum oder bei den beliebten Kinoabenden und Fußballübertragungen. An den Öffnungstagen strömen etwa 30 Kinder und Jugendliche in den Klub, um einfach mal abzuschalten und Spaß zu haben. Die Soul-Kitchen, die täglich kulinarische Angebote bereitstellt – besonders verlockend am Mittwoch – lässt die Besucher nicht hungrig nach Hause gehen.
Doch die Insellage des Marßeler Feldes macht es schwierig, andere Jugendfreizeitangebote zu erreichen. Die Stimmen der Bürger und Politiker, die sich für den Erhalt des Klubs einsetzen, werden lauter. Ein offener Brief zur Unterstützung des Klubs wurde bereits unterzeichnet und zeigt, wie wichtig diese Anlaufstelle für die Gemeinschaft ist. Denn die geplante Budgeterhöhung für nordbremische Jugendeinrichtungen ab 2027 lässt den Klub in seiner jetzigen Form außen vor – ein Ausdruck der Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der jungen Generation. Polizei und Wohnungsbauunternehmen haben die zentrale Rolle des Klubs in der präventiven Gefahrenabwehr betont, was die Dringlichkeit der Situation umso mehr unterstreicht.
Ein Ausblick voller Fragen
Die Entscheidung, den Klub aus der institutionellen Förderung herauszunehmen, wurde nicht über Nacht getroffen. Sie basierte auf Empfehlungen von Planungskonferenzen zwischen Einrichtungsträgern und dem Amt für Soziale Dienste. Das Sozialressort erklärt, dass die Entscheidung eine Priorisierungsfrage war, da Ups unter dem Mindeststandard für institutionelle Förderung liegt. Ein Härtefallfonds soll viele Einrichtungen, einschließlich Ups, absichern, aber ist das genug, um die Sorgen der Jugendlichen und der Gemeinschaft zu zerstreuen?
Die Awo sieht die Neuregelung der Finanzierung grundsätzlich positiv, jedoch bleibt die Unsicherheit für Ups. Die Frage steht im Raum: Wie wird sich die Umstellung auf Projektförderung konkret auswirken? Die Antworten darauf sind derzeit noch in der Luft und der Klub muss weiterhin Förderanträge stellen, um über Wasser zu bleiben. Es bleibt spannend, ob der Jugendklub Ups, dieser unverzichtbare Ort für die junge Generation in Marßel, auch in Zukunft bestehen bleibt.
