In Bremen, genauer gesagt im Stadtteil Horn-Lehe, gibt es einen Ort, der seit 80 Jahren Menschen zusammenbringt: den Hanseaten-Klub Bremen. 1946 von zurückkehrenden Schülern des Gymnasiums „Am Waller Ring“ als Boys-Club gegründet, hat sich der Klub über die Jahrzehnte zu einem festen Bestandteil der lokalen Kulturszene entwickelt. Die Wurzeln des Klubs reichen zurück in eine Zeit, in der die amerikanischen Besatzer die Gründung solcher Clubs unterstützten und dem Hanseaten-Klub ein Klubhaus in Walle zur Verfügung stellten. Es war eine Zeit des Wiederaufbaus, und der Klub sollte ein Ort der Freizeitgestaltung in geistigen, unterhaltenden und sportlichen Bereichen werden.

Heute, 80 Jahre später, wird dieses Jubiläum gebührend gefeiert. Der enge Zusammenhang mit dem Theater am Deich, das am Lehester Deich beheimatet ist, hat dem Klub eine neue Dimension gegeben. Seit 1983 werden hier ein bis zwei Stücke pro Saison aufgeführt – eine Tradition, die das Theater lebendig hält. Heike Weppler-Vollbrecht, die erste Vorsitzende, spricht offen über die Herausforderungen der Finanzierung. Trotz minimaler Förderung bleibt die Leidenschaft für die Theaterkunst ungebrochen. Für die kommende Saison ab dem 2. Oktober wird die Komödie „Die Maus, die brüllte“ vorbereitet – ein weiterer Schritt, um die Menschen zu unterhalten und zu inspirieren.

Ein Blick in die Vergangenheit

Die Anfänge des Klubs waren vielfältig. In der ersten Zeit gab es zahlreiche Sparten, darunter auch Theateraufführungen, die den Geist des Zusammenkommens und der Kreativität förderten. 1961 wurde die alte Dorfschule in Horn-Lehe als Probenraum und Klubhaus angeboten. In den 1980er-Jahren nahm das Klubhaus „Am Lehester Deich“ Gestalt an – durch Eigenarbeit der Mitglieder wurde es zu einem festen Theaterhaus umgebaut. Die Atmosphäre im Theater hat sich im Laufe der Jahre verändert, der Umgangston ist legerer geworden. Das zeigt, dass sich die Gesellschaft und die Menschen weiterentwickeln.

Die Finanzierung bleibt allerdings eine Herausforderung. Der Klub hofft auf Globalmittel für bestimmte Stadtteilprojekte und Fortbildungskurse, insbesondere durch den Landesverband Bremer Amateurtheater, der 1963 gegründet wurde. Ursprünglich schlossen sich dreizehn Theatergruppen zusammen, um als Interessenvertretung für das ehrenamtliche Engagement zu fungieren. Der Hanseaten-Klub Bremen gehört nach wie vor zu den nennenswerten Gruppen, die dem Verband angehören. Die Vielfalt und der Zusammenhalt in der Bremer Amateurtheaterszene sind bemerkenswert und zeugen von einer tiefen Verbundenheit zur Kultur.

Die Zukunft im Blick

Der Landesverband hat derzeit 25 Bühnenmitglieder – etwa die Hälfte stammt aus dem niedersächsischen Umland. Mit einem Internetauftritt unter „amateurtheater-in-bremen-und-umzu“ vernetzt sich die Szene und bleibt für Interessierte zugänglich. In den letzten Jahren gab es einige Wechsel in der Führung des Verbands. Von 1965 bis 1998 war Werner Schmidt vom Hanseaten-Klub 1. Vorsitzender, gefolgt von Günter Gräbner von Theater Phönix. Seit März 2025 hat Petra Börsing, ebenfalls vom Hanseaten-Klub, die Leitung übernommen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Amateurtheaterlandschaft in Bremen weiterentwickeln wird.

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In einer Welt, die sich ständig wandelt, bleibt der Hanseaten-Klub Bremen ein Ort der Begegnung, der Kreativität und des gemeinsamen Schaffens. Der Klang des Applauses und das Lachen des Publikums – das ist es, was die Herzen der Beteiligten höher schlagen lässt. Und so wird das 80-jährige Bestehen nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern auch ein Ansporn, die kulturellen Wurzeln in Bremen weiter zu stärken. Die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende erzählt.