Hochwasserangst in Borgfeld: Wolfgang Klüver und die Herausforderung des Deichschutzes
Heute ist der 15.07.2026 und in Borgfeld herrscht eine angespannte, fast greifbare Atmosphäre. Die Anwohner haben Angst vor Hochwasser, und das nicht ohne Grund. Vor zwei Jahren stieg der Wasserpegel auf fast 3,70 Meter – ein Ereignis, das statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vorkommen sollte. So ein Pegelstand hat die Sorgen der Menschen hier nur verstärkt. Das Thema Hochwasserschutz ist also nicht nur ein politisches, sondern vor allem ein persönliches Anliegen.
Gerade erst wurde Wolfgang Klüver mit 661 Stimmen ins Deichamt gewählt, und er scheint sich der Verantwortung bewusst zu sein. Mit 65 Jahren bringt er nicht nur viel Lebenserfahrung, sondern auch eine tiefe Verbundenheit mit Borgfeld mit. Seine Familie ist seit Jahrhunderten hier verwurzelt, und Klüver hat 17 Jahre lang Flächen innerdeichs und außendeichs bewirtschaftet. Da kann man schon sagen, er weiß, wovon er spricht – vor allem, wenn es darum geht, den Hochwasserschutz zu verbessern. „Wir müssen unsere Deiche schützen!“, betont er und warnt vor den Folgen des Klimawandels, die Borgfeld immer mehr gefährden.
Burgfeld im Hochwasserstress
Die Situation ist ernst. Im Winter 2023/24 standen große Teile von Borgfeld und Lilienthal unter Wasser, und die Anwohner wünschen sich dringendere Lösungen zur Deichsicherheit. Klüver hat sich vorgenommen, sein Wissen über Be- und Entwässerung in die ehrenamtliche Arbeit einzubringen. Doch er ist auch realistisch: „Ich habe im Moment keine sofortigen Ideen zur Hochwasserprävention, aber ich plane, eine topografische Engstelle zu öffnen, um den Wasserabfluss zu verbessern.“ Das klingt schon mal nach einem konkreten Ansatz!
Die Zahl der Nutrias, die als Gefahr für die Deichsicherheit gelten, wird auf bis zu 6000 geschätzt. Das ist nicht nur ein Wort, das die Leute hier gerne benutzen – es ist ein echtes Problem. Die Bremer Umweltressort hat 2,74 Millionen Euro für kleinere Verbesserungen in den nächsten drei Jahren bereitgestellt. Ein Generalplan für den Hochwasserschutz soll in zwei Jahren vorliegen. Aber ob das reicht? Klüver selbst sagt, er will sich an drei Maximen orientieren: Ergebnis zählt, Geld sparsam einsetzen, Nachhaltigkeit. Ein kluger Plan, der auch die Sorgen der Anwohner ernst nimmt.
Die Zusammenarbeit im Deichamt
Ein weiterer Punkt, der Klüver wichtig ist, ist die konstruktive Stimmung im Deichamt. Hier scheint ein Teamgeist zu herrschen, der es ermöglichen könnte, die Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Er plant, vier bis fünf Stunden im Monat für das Ehrenamt zu investieren. Und das ist nicht viel, aber vielleicht ausreichend, um kleine, aber feine Veränderungen zu bewirken. Klüver wurde von mehr als der Hälfte der wahlberechtigten Grundstückseigentümer in Borgfeld gewählt, was zeigt, dass die Leute hinter ihm stehen.
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Das hydraulische Gutachten hat ergeben, dass der Wasserabfluss in Borgfeld und Oberneuland behindert wird. Engpässe in der Nähe der Borgfelder Flutbrücke und dichte Gehölze am Wümmeufer wurden identifiziert. Ein Gehölzschnitt am Wümmeufer ist dringend notwendig, um den Wasserabfluss zu verbessern. In Warf-Butendiek wurde ein neuer Deichverteidigungsweg eingeweiht, der 560 Meter lang ist und der Kontrolle und Verstärkung des Deichs im Hochwasserfall dient. Das sind Schritte in die richtige Richtung, aber es gibt noch viel zu tun.
Wolfgang Klüver hat das Ohr am Puls der Borgfelder. Die Menschen hier haben viel erlebt, und ihre Ängste sind real. Ob er die richtigen Lösungen finden kann, hängt nicht nur von seinen Ideen ab, sondern auch von der Zusammenarbeit mit anderen Behörden und der Unterstützung der Anwohner. Die Zeit wird zeigen, ob seine Ansätze fruchten können. Eines ist sicher: Der Hochwasserschutz wird auch in Zukunft ein zentrales Thema in Borgfeld bleiben.
