In Hemelingen geht’s gerade richtig zur Sache! Birgit Benke organisiert zum sechsten Mal den Kippenmarathon. Zusammen mit Freiwilligen werden Zigarettenstummel gesammelt, und das nicht ohne Grund. Der Verein Kulturgarten Dammerbergstraße profitiert von dieser Aktion, die von der Bremer Stadtreinigung (DBS) ins Leben gerufen wurde, um auf die Schädlichkeit von weggeworfenen Kippen aufmerksam zu machen. Bis zum 24. Juni konnten Teilnehmer ihre Kippen an verschiedenen Sammelstellen in der Stadt abgeben. Und auch wenn die Hitze in diesem Jahr die Menge an gesammelten Kippen etwas gedämpft hat – einige Kilo Abfall kamen trotzdem zusammen!

Der Erlös aus dem Kippenmarathon ist nicht zu verachten. Ein Preisgeld von 3000 Euro winkt den fleißigsten Sammlern, das Benke plante, dem Kulturgarten Dammerbergstraße zukommen zu lassen. In Hemelingen gibt es Hotspots für Kippen, vor allem an Bänken, wo sich die Raucher gerne niederlassen. „Wir brauchen mehr Gruppenbeteiligung“, sagt Benke und bringt damit das Engagement der Bevölkerung auf den Punkt. Doch trotz der positiven Rückmeldungen zu ihrem Projekt „Hemelingen räumt auf“, wo Ausrüstung zum Müllsammeln ausgeliehen werden kann, gibt es noch viel zu tun. Ganze 13 Müllsammeltermine sind in diesem Jahr in den fünf Ortsteilen Hemelingens angesetzt.

Ein Umweltproblem von enormem Ausmaß

Zigarettenstummel sind laut der WHO das häufigste Abfallprodukt weltweit. Jährlich werden rund 5,6 Billionen Zigaretten geraucht, und erschreckende zwei Drittel dieser Stummel landen einfach in der Natur. Das hat fatale Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt. Die giftigen Stoffe aus Zigarettenfiltern – darunter Nikotin, Arsen und sogar Blausäure – bedrohen die Umwelt. Und das nicht nur theoretisch: Ein Zigarettenstummel kann in einem Liter Wasser innerhalb von vier Tagen die Hälfte der Fische töten. Ein ganz schöner Schock, wenn man darüber nachdenkt, wie viele Stummel wir tagtäglich überall herumliegen sehen.

Diese Filter bestehen nicht nur aus Plastik, sondern zerfallen auch in Mikroplastik, das sich nur schwer aus der Umwelt entfernen lässt. Regenwasser kann die schädlichen Substanzen ins Grundwasser leiten – und damit auch ins Trinkwasser. In Bremen beträgt das Bußgeld für das Wegwerfen einer Zigarettenkippe mittlerweile 50 Euro. Das klingt nach einer Strafe, die viele wahrscheinlich noch ignorieren. Vergleicht man das mit anderen Ländern, wo die Strafen bis zu 1188 Euro betragen können, wird deutlich, dass hier noch Nachholbedarf besteht.

Die Verantwortung der Hersteller

Die Diskussion um Zigarettenabfälle und deren Auswirkungen wird immer lauter. Die EU und die WHO machen die Zigarettenhersteller für die Umweltschäden verantwortlich. Forderungen des BUND gehen in die Richtung, dass die Hersteller für Öffentlichkeitskampagnen zu den Umweltrisiken aufkommen sollen. Auch die Bereitstellung geschlossener Aschenbecher an öffentlichen Mülleimern steht auf der Agenda. Eine Lösung, die man sich dringend wünschen würde, um die Umwelt zu entlasten. Schließlich könnte die richtige Entsorgung von Zigarettenstummeln die negativen Folgen erheblich reduzieren. Taschenaschenbecher sind eine einfache, aber effektive Alternative, auch wenn kein Mülleimer in Sicht ist.

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Die Tabakindustrie steht zudem in der Kritik, nicht nur für die Zigarettenstummel, sondern auch für die Umweltauswirkungen des Tabakanbaus. Jedes Jahr werden Millionen Hektar Land für den Anbau von Tabak zerstört, was zur Abholzung beiträgt und enorme Mengen an Kohlendioxid-Emissionen verursacht. Bei all diesen Fakten wird einem schnell klar, wie weitreichend die Folgen des Rauchens sind – und das nicht nur für den Raucher selbst.