Am Freitag, den 26. Juni, war es endlich so weit: Die Sonne brannte gnadenlos und die Menschen in Bremen-Sebaldsbrück suchten nach einem kühlen Ort. Doch während andere Freibäder noch ihre Tore bis 20 Uhr offen hatten, musste das Freibad Schlossparkbad bereits um 18 Uhr schließen – zwei Stunden früher als gewohnt. Ein Facebook-Post der Bremer Bäder sorgte für Aufregung und ließ die Kommentarspalten überquellen: Über 900 Reaktionen, die meisten davon eher kritisch, einige aber auch mit einem Augenzwinkern. Das Bad war einfach zu voll, und die extreme Hitze machte den Mitarbeitenden zu schaffen.

Daniel van Ballegoy, der Geschäftsführer, erklärte die Situation sehr klar: „Die hohe Belastung des Personals und der große Besucherandrang waren die ausschlaggebenden Gründe für die vorzeitige Schließung.“ Viele Nutzer auf Facebook zeigten sich unverständlich und konnten nicht nachvollziehen, warum das Bad an einem so heißen Tag die Pforten schloss. Manch einer verglich die Entscheidung humorvoll mit einem unerwarteten Regenschauer, der die Pläne für einen entspannten Nachmittag im Wasser durchkreuzte.

Ein Blick hinter die Kulissen

Die Bremer Bäder ließen nicht nur die Schließungsankündigung auf Facebook stehen, sondern ergänzten sie mit einer detaillierten Erklärung zur Situation der Mitarbeitenden. Bei dieser Hitze – und mit einem solchen Andrang – mussten die Mitarbeiter konzentriert und handlungsfähig bleiben. Nach der Schließung waren sie noch 2 bis 3 Stunden mit Reinigungs- und Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Das ist ja auch kein Zuckerschlecken!

Van Ballegoy wies darauf hin, dass auch Hallenbäder geöffnet seien und riet den Badegästen, bei Bedarf auf andere Freibäder auszuweichen. Der Vorschlag, das Bad in der Mittagszeit zu schließen, wurde als unpraktisch abgelehnt. Immerhin nutzen viele Menschen genau diese Zeit, um sich im kühlen Nass zu erfrischen.

Die Freibadsaison im Allgemeinen

Die Freibadsaison ist zwar in vollem Gange, doch bei weitem nicht in allen Kommunen stehen die Schwimmbäder offen. Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass es nicht nur in Bremen Schwierigkeiten gibt: Sanierungsstau und Personalmangel sind weit verbreitet. So mussten beispielsweise Freibäder in Nürnberg bei hohen Temperaturen wegen technischer Ausfälle schließen. Auch ein Freibad in Hamburg hat aufgrund von Personalmangel wöchentliche Ruhetage eingeführt, was die Situation für die Badegäste nicht gerade verbessert.

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Die Eintrittspreise sind zwar gestiegen, doch die Lage hat sich nicht verbessert. In vielen Kommunen sind Freibäder geschlossen, und das führt zu leeren Schwimmbädern und einem Mangel an Erfrischungsmöglichkeiten. Ein Blick auf die Zahlen ist alarmierend – laut einer Erhebung sind 58% der Grundschulkinder in Deutschland nicht sicher im Wasser. Ein Schwimmbadplan ist dringend notwendig, betont die DLRG-Präsidentin Ute Vogt.

Die „Bäderallianz Deutschland“ fordert eine Milliarde Euro an Investitionen über die nächsten 12 Jahre, um die Situation zu verbessern. Es ist klar, dass ohne staatliche Zuschüsse die Eintrittspreise astronomisch steigen müssten, um die Kosten zu decken. Ein Freibad schließt im Durchschnitt alle vier Tage. Der Bäderatlas zeigt, dass die Anzahl der Freibäder in Deutschland abnimmt. Das sind besorgniserregende Zahlen, die uns alle angehen.