Im Herzen von Bremen, genauer gesagt im Stadtteil Walle, gibt es eine Organisation, die für viele Menschen ein Lichtblick ist: die Agab. Gegründet im Jahr 1976, war sie der erste Verein von Betroffenen, der sich aktiv für die Belange Erwerbsloser engagierte. Ursprünglich als Treffpunkt für Selbsthilfe ins Leben gerufen, hat sich die Agab im Laufe der Jahre zu einer professionellen Beratungsstelle mit mehreren Standorten entwickelt. Die Geschichte ist faszinierend, denn in den 70er-Jahren war das Thema Arbeitslosigkeit in der Gesellschaft kaum präsent. Mit einer Arbeitslosenquote von rund einer Million Menschen war das Bedürfnis nach Unterstützung enorm. Die Agab entstand aus einem Bildungsurlaub der Bremer Arbeitnehmerkammer und setzte sich das Ziel, die Öffentlichkeit auf die Herausforderungen der Arbeitslosigkeit aufmerksam zu machen.

Von den Anfängen als Aktionsgemeinschaft Arbeitsloser Bürger bis hin zur Umbenennung in Aktionsgemeinschaft arbeitsloser Bürgerinnen und Bürger im Jahr 1989 hat sich viel getan. Mit der Eröffnung des ersten autonomen Arbeitslosenzentrums der BRD in Walle im Jahr 1979 und dem Kontakt- und Beratungszentrum an der Grenzstraße 122 im Jahr 1980 wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Selbsthilfe und gegenseitiger Unterstützung gemacht. Die Agab ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch eine Informationsquelle, die seit 1978 die „gelbe Broschüre“ herausgibt, um über gesetzliche Grundlagen und Rechte aufzuklären.

Ein wichtiger Anlaufpunkt für viele

Die Zahlen sprechen für sich: Im Jahr 2025 wurden an den drei Standorten der Agab fast 5000 Beratungen durchgeführt – eine beeindruckende Zahl, die die Relevanz dieser Einrichtung unterstreicht. Besonders hervorzuheben ist, dass die Beratungen kostenlos angeboten werden, was sie für die Zielgruppe – Erwerbslose, von Erwerbslosigkeit Bedrohte, Sozialhilfeempfänger*innen und Menschen mit geringem Einkommen – zugänglich macht. Die Agab finanziert sich seit 2002 über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds, und die laufende Übergangsfinanzierung bis Ende 2026 sorgt dafür, dass die Beratungsstellen weiterhin bestehen bleiben.

Die Agab hat sich nicht nur als Beratungsstelle etabliert, sondern auch als Schulungspartner in der Region. Mit weiteren Standorten in Huchting und Tenever, die 2003 und 2019 eröffnet wurden, zeigt die Organisation, dass sie sich den Bedürfnissen der Menschen anpasst. Und wo findet man die Agab? An verschiedenen Standorten in Bremen: in der Grenzstraße 122, der Amersfoorter Straße 8 und der St.-Gotthard-Str. 33. Die Beratungen sind dort nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich, aber das Team ist stets bemüht, den Menschen zu helfen.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen

Ein wichtiger Punkt, den die Agab auch thematisiert, sind die Schwierigkeiten, die viele Menschen bei der Kommunikation mit Jobcentern haben. Oft kommen sie mit psychischen Belastungen oder anderen Herausforderungen, die dazu führen, dass sie Termine versäumen. Ein einmalig verpasster Termin hat keine Konsequenzen, aber ab dem zweiten kann es eng werden – mit einer 30-prozentigen Minderung des Regelbedarfs. Das ist nicht nur frustrierend, sondern kann auch existenzielle Konsequenzen haben. Hier setzt die Agab mit ihrer Beratung an, um Betroffene über ihre Rechte aufzuklären und Unterstützung anzubieten.

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Aktuell ist die Beratungsstelle in Walle vom 01. bis 05. Juni 2026 geschlossen, aber keine Sorge, die reguläre Erreichbarkeit wird ab dem 08. Juni 2026 wiederhergestellt. Es bleibt spannend, wie sich die Agab weiterentwickeln wird, während sie gleichzeitig die Belange der Menschen im Blick behält. Der Weg von einer kleinen Selbsthilfegruppe zu einer anerkannten Institution ist wahrlich bemerkenswert und zeigt, wie wichtig es ist, dass Menschen sich zusammenschließen, um in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein.