Im Landkreis Osterholz ist die digitale Revolution in vollem Gange – und sie trägt einen ganz besonderen Namen: Künstliche Intelligenz. Laut der aktuellen Jim-Studie nutzen die Schüler in der Region verstärkt KI-Assistenten für ihre Hausaufgaben. Das klingt nach einem Fortschritt, aber die Realität sieht für viele Lehrkräfte etwas anders aus. Sie vermissen den Umgang mit diesen neuen Werkzeugen im Unterricht und wünschen sich Unterstützung. Genau hier setzt das Kreismedienzentrum Osterholz an, das Schulen mit Aktionstagen, Fortbildungen und Schulungen zur Seite steht. Patrick Jäkel, der Leiter des Medienzentrums, bringt es auf den Punkt: „Ein sinnvoller KI-Einsatz ist notwendig!“
Die Unterstützung des Kreismedienzentrums orientiert sich an den fünf KI-Dimensionen von Joscha Falck, die für einen reflektierten Einsatz der Technologie stehen. Diese Dimensionen beinhalten das Lernen mit, trotz, ohne, durch und über KI. Ein Ansatz, der nicht nur für Schüler, sondern auch für Lehrkräfte von Bedeutung ist, da sie oft keine Zeit oder Ressourcen haben, sich intensiv mit neuen Konzepten auseinanderzusetzen. Die Einführung von AIS.chat, einer kostenlosen KI-Lösung für Schulen in Niedersachsen, zeigt, dass es bereits erste Schritte in die richtige Richtung gibt. Doch die Herausforderungen sind vielfältig: Nur 55% der Schüler haben in der Schule bereits etwas über KI erfahren, während 90% den richtigen Umgang im Unterricht wünschen.
Fortbildungen und die digitale Zukunft
Die Fortbildungsmöglichkeiten sind zahlreich – im Jahresbericht 2025 des Medienzentrums sind 13 Fortbildungen und 48 Schulungstage aufgeführt. Jäkel empfiehlt den Lehrenden, sich mit den fünf Dimensionen des Unterrichtens zu befassen. Wichtig ist auch, dass Schulen auf einen geregelten Zugang zur KI achten und einen reflektierten Einsatz im Hinblick auf den Datenschutz gewährleisten. Schließlich können private Accounts Nutzerdaten in die USA übertragen, was auf keinen Fall in die falschen Hände gelangen sollte.
Doch das ist nicht alles. Die Qualität der Antworten von KI-Chatbots hängt stark von der Zahlungsbereitschaft ab – kostenlose Optionen können oft nicht mit kostenpflichtigen Fobizz-Modulen mithalten, die darüber hinaus nicht anonym sind. AIS.chat hingegen ermöglicht Lehrkräften, Nutzungszeit, Lernkontext und Anfragen zu definieren, was einen klaren Vorteil bietet.
Digitale Medienbildung: Ein gemeinsames Anliegen
Auf politischer Ebene wird das Thema ebenfalls heiß diskutiert. Die Kultusministerkonferenz plant eine Erklärung zur Verantwortung der Elternhäuser in der digitalen Medienbildung. Ein Schritt, der vielleicht notwendig ist, denn die Digitalisierung im Bildungssystem ist angekommen – auch wenn die Resonanz auf Projekte wie „Lernwelt“ in Sachsen-Anhalt bescheiden bleibt. Julia Knopf, Professorin an der Universität des Saarlandes, hebt hervor, dass klare politische Unterstützung, die Einbeziehung aller Bildungsakteure und eine kontinuierliche Evaluation der Maßnahmen essenziell sind.
Die Herausforderung ist klar: Lehrkräfte sind oft überfordert, haben keine Zeit für neue Konzepte und die fortlaufende Digitalisierung sollte als Unterstützung und nicht als zusätzliche Belastung verstanden werden. KI kann hier tatsächlich eine Entlastung bieten, etwa bei der Auswertung von Schülerleistungen oder der Erstellung individueller Fördervorschläge. Digitale Sprechstunden und Avatare könnten sogar kranke Kinder einbeziehen – das ist ein spannender Gedanke!
Die Zukunft der digitalen Bildung in Osterholz ist also vielversprechend, aber auch herausfordernd. Die Frage bleibt, wie gut es gelingt, Lehrer und Schüler auf diesem Weg mitzunehmen und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen – denn immerhin sollten wir alle von den Möglichkeiten der digitalen Welt profitieren können.
