Am 10. Juni 2026 ist die Luft in Bremen geladen. Die Wogen zwischen dem SV Werder Bremen und einer aufgebrachten Fan-Initiative schlagen hoch. Im Fokus steht die Zukunft von Werder-Boss Clemens Fritz und Präsident Hubertus Hess-Grunewald. Die Initiative fordert eine außerordentliche Mitgliederversammlung, um Klarheit über die Amtsführung des Geschäftsführers zu bekommen. Doch dazu benötigt man die Unterschriften von mindestens 10% der rund 70.000 Mitglieder – und genau da hapert es. Der Initiator der Bewegung, Pascal Tetschet, hat sich schon auf einen rechtlichen Weg begeben, da der Verein die Herausgabe von Mitgliederdaten verweigert. Ein Gerichtstermin wurde für den 24. Juni um 11:30 Uhr anberaumt.
Doch was steckt hinter all dem? Am 25. Januar 2023 wurde eine Online-Petition zur Einberufung einer Mitgliederversammlung gestartet, die mittlerweile fast 7.000 Unterschriften gesammelt hat. Diese Petition zielt darauf ab, die Amtsführung von Clemens Fritz zu bewerten, doch die Vereinsführung sieht sie als nicht relevant an. Präsident Hess-Grunewald hat klargestellt, dass ein erheblicher Teil der Unterzeichner anonym ist und somit keine rechtliche Grundlage für eine Versammlung geschaffen werden kann. Eine Stichprobe ergab sogar, dass nur etwa 30 Prozent der namentlich genannten Unterzeichner tatsächlich Mitglieder des Vereins sind. Das wirft Fragen auf – und die Mitglieder sind unzufrieden.
Die Position der Vereinsführung
Hess-Grunewald betont, dass trotz der Petition keine rechtlichen Beschlüsse zur Abberufung von Clemens Fritz gefasst werden können. Fritz ist Geschäftsführer der ausgegliederten KGaA und nicht direkt abwählbar. Der Aufsichtsrat, der von den Mitgliedern gewählt wird, hat sich allerdings neu konstituiert und bereits Gespräche mit den Geschäftsführern geführt. Es gibt also Bewegung im Verein, auch wenn die Stimmung angespannt ist.
Die Kritik an Clemens Fritz ist nicht persönlicher Natur, sondern bezieht sich vielmehr auf seine Amtsführung. Das hat Pascal Tetschet, der Initiator der Petition, klipp und klar kommuniziert. Dennoch bleibt die Vereinsführung gelassen. Hess-Grunewald hat volles Vertrauen in Fritz und sieht keine Veranlassung für eine Abberufung. Komischerweise scheint genau das, das Vertrauen in die Führung, bei vielen Fans nicht so recht angekommen zu sein.
Gerichtliche Auseinandersetzungen und mögliche Konsequenzen
Das Gericht könnte dem Antragsteller rechtgeben und die Herausgabe der Mitgliederdaten anordnen. Falls dies geschieht, könnte die außerordentliche Mitgliederversammlung frühestens im September oder Oktober stattfinden. Eine ordentliche Mitgliederversammlung ist bereits für den 15. November angesetzt. Werder Bremen hingegen zeigt kein Interesse an einer außergerichtlichen Einigung und hält das Eilverfahren für überzogen. Der Verein hat sich intensiv mit dem Anliegen des Antragstellers befasst und verschiedene Lösungsvorschläge unterbreitet, doch Tetschet fordert Lösungen, die in seinem Sinne formuliert sind.
Die Zukunft des Vereins steht auf der Kippe, und die Mitglieder sind aufgebracht. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation bis zum Gerichtstermin entwickeln wird. Der SV Werder Bremen hat angekündigt, das gerichtliche Verfahren sachlich zu begleiten. Die Fans sind gespannt – und das Warten auf Klarheit wird zur Geduldsprobe.
