In einer Zeit, in der die Herausforderungen des Klimawandels immer deutlicher spürbar werden, ergreifen Städte wie Bremen die Initiative, um sich auf die künftigen Gegebenheiten einzustellen. Im Fokus steht das innovative Projekt der Morgenstadt City Labs, das in enger Zusammenarbeit mit Städten und Unternehmen auf Lösungen in den Bereichen Klimaschutz, Wasserversorgung und Digitalisierung setzt. Diese Reallabore, die unter dem Dach des Fraunhofer-Netzwerks ins Leben gerufen wurden, sind der Schlüssel zur Entwicklung smarter und klimaresilienter Quartiere.
Ein bedeutender Partner in diesem Unterfangen ist die Hauraton GmbH & Co. KG, die als offizieller Projektpartner im Forschungsprojekt „Integrierte Digitalisierung der Wasserversorgung“ (InDigWa) in Bremen agiert. Ab November 2025 werden in einem Wohnbauobjekt der Gewoba im Quartier Gartenstadt Süd digitale Lösungen zur Regenwasserbewirtschaftung erprobt. Hauraton wird nicht nur die Planung des Regenwassermanagements unterstützen, sondern auch Systeme für die Entwässerung, Rückhaltung, Behandlung und Nutzung von Regenwasser bereitstellen.
Intelligente Wasserbewirtschaftung für die Zukunft
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die sensorbasierte Steuerung der Regenwasserflüsse, die in Zusammenarbeit mit RX Watertec umgesetzt wird. Angesichts von längeren Trockenphasen und häufigeren Starkregenereignissen hat sich das Reallabor in Bremen auf integriertes Regenwassermanagement spezialisiert. Hierbei wird Niederschlagswasser von einem 550 m² großen, versiegelten Parkplatz erfasst und durch Drainfix Clean Rinnen mit Carbotec 100 gereinigt. Das gereinigte Wasser wird in einem Flachtank Neo mit einem Volumen von fünf Kubikmetern gespeichert.
Dank der digitalen Erfassung und Steuerung wasserwirtschaftlicher Prozesse wird es möglich, Trinkwasserressourcen zu schonen und Abflussspitzen zu reduzieren. Durch die Kombination von Drainfix Clean mit Carbotec 100 werden Schadstoffe durch Oberflächenfiltration zurückgehalten, sodass das gereinigte Wasser für die Bewässerung genutzt werden kann. Sensoren messen dabei Bodenfeuchte, Niederschlag und Wasserstände, um eine bedarfsgerechte Bewässerung zu gewährleisten. Das Ziel dieser Maßnahmen ist es, belastbare Erkenntnisse für klimaresiliente Quartiere zu gewinnen und diese auf andere Standorte zu übertragen.
Wassermanagement als Schlüssel zur klimaresilienten Stadt
Das Konzept der „Schwammstadt“ ist ein innovativer Ansatz in der Stadtplanung, der es sich zum Ziel gesetzt hat, Niederschlagswasser nicht direkt in die Kanalisation abzuleiten, sondern vor Ort zu halten, versickern zu lassen oder für Bewässerung und Kühlung zu nutzen. Durch Maßnahmen wie das Entsiegeln von Flächen, Begrünung von Dächern und das Anlegen von Mulden, Rigolen und Wasserspeichern wird der natürliche Wasserkreislauf wiederhergestellt.
In vielen Städten fließt Regenwasser schnell über versiegelte Flächen in die Kanalisation, was zu überlasteten Abwassersystemen und Überflutungen bei Starkregen führt. Gleichzeitig bleibt in trockenen Phasen oft zu wenig Wasser gespeichert, was ein Wasserdefizit zur Folge hat. Das urbane Wassermanagement zielt darauf ab, diesem Missstand entgegenzuwirken, indem es dem Wasser in den Städten wieder Platz gibt – auf Dächern, in Straßenräumen, Parks und Stadtmöbeln.
Die Zukunft der Wasserbewirtschaftung in Bremen und anderen Städten wird entscheidend davon abhängen, wie gut es gelingt, diese innovativen Konzepte in die Realität umzusetzen. Denn der Schlüssel zur klimaresilienten Stadt liegt in der Mehrfachnutzung des Wassers – sei es zur Speicherung, Versickerung oder Verdunstung als natürliche Kühlung.