Der ATSV Habenhausen steht in dieser Saison der 3. Liga vor einem schmerzhaften Abschied. Nach nur zwei gewonnenen Spielen und einem letzten Aufeinandertreffen am Sonntag gegen den VfL Eintracht Hagen, ist der Abstieg unausweichlich. Mit lediglich fünf Punkten aus 29 Spielen ist die Bilanz alles andere als rosig. Der letzte Krampf gegen TV Bissendorf-Holte, der mit einer Niederlage von 30:31 endete, hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Trainer Matthias Ruckh, der im November entlassen wurde, konnte die Wende nicht herbeiführen, auch nicht sein Nachfolger Marc Winter. Trotz aller Bemühungen, den Spielern den Spaß am Handball zurückzugeben, war der Klub in dieser Saison nicht konkurrenzfähig.
Der Umbruch im Verein ist bereits in vollem Gange. 13 Spieler werden den ATSV nach dieser Saison verlassen – das ist eine gewaltige Zahl! Thomas Krüger wird in der nächsten Saison als neuer Cheftrainer die Geschicke leiten, unterstützt von Co-Trainer Björn Wähmann und Sascha Kunze. Das Ziel ist klar: mehr mit der eigenen Jugend arbeiten und den Zusammenhalt im Verein stärken. Miro Schluroff, ein ehemaliger Nationalspieler, hat die Schirmherrschaft für den „Habenhauser Weg“ übernommen, der die Förderung junger Talente in den Mittelpunkt rückt.
Jugendarbeit im Fokus
Der ATSV Habenhausen hat eine lange Tradition im Handball und legt großen Wert auf die Jugendförderung. Ein durchgängiges Jugendkonzept sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche bestmöglich unterstützt werden. Der Verein strebt an, in jeder Altersklasse mehrere Mannschaften im männlichen und weiblichen Bereich am Ligabetrieb teilnehmen zu lassen. Das ist wichtig, um den Handballsport in Bremen lebendig zu halten und die nächste Generation zu fördern. Die Jugendarbeit wird als Grundstein für erfolgreiche Seniorenmannschaften angesehen, und das Ziel ist es, regelmäßig Spieler aus der eigenen Jugend im Seniorenbereich einzubinden und weiter auszubilden.
Die Herausforderung für den ATSV ist nicht zu unterschätzen, denn die Möglichkeiten in Bremen werden als begrenzt eingeschätzt. Alexander Svoboda, der 1. Vorsitzende, sieht die Träume von der 2. Liga als unrealistisch an. Ein Etat im Millionenbereich wäre nötig, während der Verein sich auf die Stärkung der eigenen Strukturen konzentrieren möchte. Im Gegensatz dazu hat der HC Bremen, einst unter der Leitung von Ruckh, den Aufstieg in die Oberliga geschafft und möchte nun weiter wachsen. Die Pläne von Ex-Geschäftsführer Hasselmann, professionelle Strukturen aus dem Leistungszentrum weiterzuentwickeln, sind ein Zeichen dafür, dass im Bremer Handball nach wie vor viel Potenzial schlummert.
Wie es weitergeht? Das bleibt abzuwarten. Der Weg für den ATSV Habenhausen in die Regionalliga wird kein leichter sein, aber mit einem klaren Fokus auf die Jugend und einem stabilen Team könnte der Verein gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorgehen.