In Huchting, einem lebendigen Stadtteil von Bremen, gibt es einen besonderen Ort, der für viele Kinder und Jugendliche zu einem zweiten Zuhause geworden ist. Das Spielhaus in der Antwerpener Straße, ein Treffpunkt für Kids verschiedenster Nationalitäten, hat sich in den letzten dreieinhalb Jahren zu einem unverzichtbaren Element des Quartiers entwickelt. Hier ist die oberste Regel klar: Keine Gewalt! Konflikte werden in der Regel friedlich gelöst, und das hat nicht nur dazu geführt, dass Vandalismusprobleme zurückgegangen sind, sondern auch, dass die Jugendlichen, überwiegend aus dem Nahen Osten oder Osteuropa, ein respektvolles Miteinander pflegen.
Das Spielhaus bietet eine Fülle von Aktivitäten und ist ganz bewusst eine handyfreie Zone. Warum? Um die Interaktion und Bewegung zu fördern! Die Räume sind einladend gestaltet: von einem Ruhe- und Kreativraum, über eine Küche, in der täglich zwischen 30 und 40 warme Mahlzeiten zubereitet werden, bis hin zu einer Fahrradwerkstatt, in der die Kids ihre Räder selbst reparieren können. Wer denkt, dass das Spielhaus nur ein Ort für Spiel und Spaß ist, der liegt falsch – hier wird auch an sozialen Kompetenzen und einer Willkommenskultur gearbeitet. Das Team, das mit Familienhelfern und Schulen zusammenarbeitet, vermittelt demokratische Spielregeln und gibt den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung des Angebots, wie etwa der Koch-AG, teilzuhaben.
Vielfältige Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse
Das Spielhaus ist von Montag bis Freitag, von 13 bis 18 Uhr geöffnet und richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 14 Jahren. Die elf Spielhäuser in Bremen, die unter dem Dach von Kita Bremen stehen, bieten nicht nur einen offenen, pädagogisch begleiteten Raum, sondern auch ein Zuhause für die individuellen Bedürfnisse der Kids. Von Fußballtrainingseinheiten, die von Julian Krause geleitet werden, bis zu kreativen Workshops – hier ist für jeden etwas dabei. Und das Beste? Die Angebote sind kostenlos! Organisierte Aktivitäten wie Tischkicker- oder Billardturniere schaffen zusätzlich Raum für Gemeinschaft und Teamgeist.
In der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, zu der das Spielhaus gehört, stehen die Interessen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt. Es wird ein offener Betrieb ermöglicht, der freies Kommen und Gehen erlaubt. Diese Freiheit, verbunden mit strukturierten Angeboten wie Ferienfreizeiten oder speziellen Veranstaltungen, sorgt für eine wertvolle Entlastung der Familien, insbesondere für berufstätige Eltern. Hier wird nicht nur gespielt, sondern auch gelernt und erlebt – eine Plattform für selbst organisierte Events, die die Teenager selbst gestalten können.
Ein Dreh- und Angelpunkt der Gemeinschaft
Das Spielhaus ist mehr als nur ein Ort der Freizeitgestaltung; es wird als Dreh- und Angelpunkt für die Menschen im Quartier angesehen. Die Mitarbeiter stehen den Jugendlichen nicht nur bei Fragen zur Verfügung, sondern unterstützen sie auch in der Lebensbewältigung und bei der Identitätsfindung. Die Zusammenarbeit mit Schulen, Vereinen und anderen Akteuren ist dabei essenziell, um den Jugendlichen ein umfassendes und unterstützendes Umfeld zu bieten. Durch diese Vernetzung wird das Spielhaus zu einem Ort, an dem die Kids nicht nur spielen, sondern auch wachsen und sich entwickeln können.
Die Unterschiede in Erziehung und Bildung, die durch die kulturellen Hintergründe der Kinder geprägt sind, können hier in einem geschützten Rahmen erfahren und diskutiert werden. Und so wird das Spielhaus zu einem Ort, an dem nicht nur Spaß und Spiel im Vordergrund stehen, sondern auch wertvolle soziale Erfahrungen gesammelt werden. In Huchting ist das Spielhaus ein lebendiger Beweis dafür, wie Offenheit und Gemeinschaftsgeist gelingen können – ganz ohne Gewalt und mit viel Herz.