In Huchting, einem Stadtteil von Bremen, steht die Stadtteilfarm vor enormen Herausforderungen. Die Sorgen um die Finanzierung des Hortangebotes werden immer lauter. Ein Blick auf die Zahlen: Die Personalstelle für den Hort ist nur bis Ende Juli bewilligt, und die Finanzierung in Höhe von 60.000 Euro bleibt unklar. Sollte diese wegfallen, könnte das gravierende Folgen haben. Das Vormittagsangebot würde reduziert, und auch der Nachmittagsbetrieb wäre stark eingeschränkt. Die Stadtteilfarm hat ein Gesamtbudget von rund 500.000 Euro jährlich, das auf zwei Säulen beruht: der institutionellen Förderung für die gesamte Tätigkeit und der Projektförderung für spezifische Vorhaben, insbesondere den offenen Hort. Doch Huchting hat einen hohen Bedarf an Angeboten – die Unsicherheiten bei der Mittelverteilung sind ein zentrales Problem.
Die Mindeststandards für die Stadtteilfarm verlangen die Besetzung von zwei Personalstellen. Der Wegfall des Hortangebotes wird als zentrales Problem angesehen, und es gibt kritische Stimmen hinsichtlich einer möglichen Umstellung auf Kooperationen mit Schulen. Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann hat den Einsatz der Mitarbeiter gelobt und die Unterstützung des Beirates Huchting zugesichert. Um die Öffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam zu machen, wird es Anfang Juni eine öffentliche Veranstaltung in der Reithalle geben, die Politik, Verwaltung und Bürger sensibilisieren soll. Das Thema ist drängend, denn es geht um die Zukunft der Kinderbetreuung in der Region.
Das Spielhaus als Anlaufstelle
Das Spielhaus in der Antwerpener Straße bietet für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren eine offene Anlaufstelle. Hier kommen täglich zwischen 20 und 30 Kinder zusammen, manchmal sogar bis zu 40! An schönen Tagen kann das Außengelände von bis zu 100 Personen genutzt werden. Die Angebote sind vielfältig: Töpfern, Basteln, Sport, Kochgruppen, Fahrradwerkstätten, Ferienprogramme und Ausflüge werden regelmäßig organisiert. Besondere Schwerpunkte liegen auf Sprachförderung, sozialem Lernen, Gewaltprävention, Gesundheitsförderung und Medienkompetenz. Das Spielhaus wird von Kita Bremen, einem Eigenbetrieb der Stadtgemeinde Bremen, betrieben, und die Mitarbeiter leisten hier einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Kinder.
Herausforderungen der Jugendhilfe
Die Finanzierung von Einrichtungen und Diensten der Kinder- und Jugendhilfe hat sich seit 1989 immer wieder gewandelt. Es gibt eine grundlegende Unterscheidung zwischen der Förderung der freien Jugendhilfe und der Entgeltfinanzierung für Einrichtungen. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe entscheiden über die Art und Höhe der Förderung im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Voraussetzung ist eine angemessene Eigenleistung des geförderten Trägers. Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Einrichtungen wie die Stadtteilfarm Huchting kontinuierlich um ihre Mittel kämpfen müssen.
Seit 2021 sind die Regelungen für die Entgeltfinanzierung noch einmal komplexer geworden. Landesrechtliche Vorschriften bestimmen, wie die Finanzierung von Tageseinrichtungen geregelt wird. Das hat zur Folge, dass die Bundesländer unterschiedlich agieren, was die Mittelverteilung betrifft. Die Herausforderungen sind für viele Einrichtungen ähnlich: Niedrigschwellige Angebote sollen es den Familien ermöglichen, ohne großen bürokratischen Aufwand Hilfe in Anspruch zu nehmen. Doch die Realität sieht oft anders aus.
Eines ist klar: In Huchting müssen alle an einem Strang ziehen, um die Zukunft der Stadtteilfarm und des Hortangebotes zu sichern. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu klären, wie es weitergeht und ob die wertvolle Arbeit der Stadtteilfarm auch in Zukunft fortgeführt werden kann.