Kita-Krise in Bremen: Mütter zwischen Beruf und Betreuung im Spagat
In Bremen und Bremerhaven ist es geradezu ein Trauerspiel: Nur 52% der Mütter mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren sind berufstätig. Ein Blick auf die bundesweiten Zahlen zeigt, dass wir hier im Vergleich ganz schön hinterherhinken. Der Durchschnitt liegt bei 75%, in Bayern und Sachsen sogar bei rund 80%. Woher kommt diese Diskrepanz? Die Antwort ist so simpel wie frustrierend – ein eklatanter Mangel an Betreuungsmöglichkeiten, vor allem an Kita-Plätzen, macht den Müttern das Arbeiten schwer. Für 2025 prognostizieren Fachleute in Bremen einen Mangel von etwa 3.600 Kita-Plätzen für die Kleinsten unter drei Jahren. Das ist doch echt der Hammer!
Besonders betroffen sind Stadtteile wie Blumenthal, Gröpelingen und Huchting, wo viele Familien auf der Kippe leben. Rund 60% der Bremer Mütter sind finanziell nicht eigenständig abgesichert. Autsch! Und vor der Geburt hatten sogar 43% von ihnen kein eigenes Einkommen und mussten mit dem Minimum von 300 Euro Elterngeld auskommen. Das sind nicht nur Zahlen, das sind echte Schicksale. Die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die veralteten Rollenbilder tragen das ihre dazu bei. Es ist kein Geheimnis, dass Mütter in Westdeutschland jährlich umgerechnet zwei Monate weniger arbeiten als ihre Kolleginnen im Osten. Absurd, oder?
Die Aufteilung der Sorgearbeit
Ein weiterer Punkt ist die Aufteilung der Sorgearbeit. In Bremer Familien übernehmen Frauen fast ausschließlich die Kinderbetreuung, während die Männer mehrheitlich Vollzeit arbeiten. Die Zahlen sprechen für sich: 61% der befragten Frauen mit Kindern unter 14 Jahren sind allein für die Betreuung zuständig, bei den Männern sind es nur 8%. Und das ist nicht alles – 54% der Frauen in Bremen arbeiten Teilzeit, im Vergleich zu nur 19% der Männer. Es ist einfach nicht fair!
Ein Blick auf die Väter zeigt, dass in Bremen zwei von drei Väter keine Elternzeit nehmen. Das ist eine Herausforderung für alle Beteiligten. Die Rollenverteilung fängt oft schon bei der Elternzeit an und beeinflusst die zukünftige Aufteilung der Sorgearbeit. Dort, wo Mütter oft Alleinerziehend sind, wird die Notwendigkeit einer Vollzeitbeschäftigung noch dringlicher. Und während die Mütter sich um die Kinder kümmern, sind es nur 5% der männlichen Vollzeitbeschäftigten, die sich überwiegend allein um die Kinder kümmern – bei den Frauen liegt dieser Wert bei 44%!
Gender Pay Gap und soziale Absicherung
Der unbereinigte Gender Pay Gap in Bremen ist in den letzten Jahren zwar von 25% (2014) auf 17% (2024) gesunken, doch es bleibt noch viel zu tun. Immerhin schließen sich die Löhne in klassischen Frauenberufen wie dem Pflegebereich langsam. Aber die Aufteilung der Sorgearbeit wird durch biologische und gesellschaftliche Faktoren beeinflusst. Die Zahlen zeigen, dass 27% der Frauen in Bremen vorwiegend für die Pflege von Angehörigen zuständig sind, während es nur 14% der Männer sind. Das ist eine ganz schön ungleiche Lastenverteilung!
Für viele Mütter in der Hansestadt geht es also nicht nur um die berufliche Perspektive, sondern auch um die finanzielle Absicherung. Die Gefährdung durch Armut oder soziale Ausgrenzung ist real und betrifft viele Familien. Es ist ein Teufelskreis: Ohne Kita-Plätze keine Berufstätigkeit und ohne Berufstätigkeit oft keine finanzielle Unabhängigkeit. Die Betreuungsquote bei Drei- bis Sechsjährigen liegt in Bremen immerhin bei 88%, doch im Vergleich zu Berlins 99% sehen wir hier noch Luft nach oben. Es gibt also noch viel zu tun in der Stadt an der Weser.
