Heute ist ein besonderer Tag für Kattenturm und die umliegenden Stadtteile. Es ist der 1. Juni 2026, und um 12 Uhr öffnete das Gesundheitszentrum Süd seine Türen, feierlich eingeweiht von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke). Es ist ein Schritt in die Zukunft der medizinischen Versorgung, und die Stimmung ist erwartungsvoll – die Menschen hier haben lange auf diesen Moment gewartet. Das Gesundheitszentrum hat seine Heimat in der ehemaligen Kinderklinik des Klinikums Links der Weser, das traurigerweise 2028 schließen soll.

Das Gesundheitszentrum wird ein neues Hebammenzentrum beherbergen, einen Gesundheitspunkt und einen Kinder- und Jugendgesundheitsdienst. Diese Einrichtungen ergänzen die bereits vorhandenen ambulanten Angebote von externen Arztpraxen und Fachärzten vor Ort. Das ist ein echter Lichtblick für die Bevölkerung, die sich um die medizinische Versorgung sorgt, besonders nach der Schließung des Klinikums Links der Weser, das seit 1968 ein fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung in Bremen-Kattenturm ist.

Ein Schritt in die richtige Richtung?

Die Schließung des Klinikums ist ein Teil eines umfassenden Restrukturierungsprozesses der kommunalen Klinikgesellschaft Gesundheit Nord (Geno), die mit einer finanziellen Schieflage zu kämpfen hat. Die Entscheidung wurde am 30. September 2023 getroffen, und seither gibt es viele kritische Stimmen aus der Bevölkerung, besonders aus dem Bremer Süden. Politiker und auch der Betriebsrat äußern Bedenken, dass die Notfallversorgung nach der Schließung beeinträchtigt wird. Irgendwie ist das verständlich – schließlich werden jährlich etwa 3.200 Patienten aus dem Nordkreis Diepholz im LdW behandelt.

Die Schließung soll jährlich Einsparungen von etwa 20 Millionen Euro bringen, und die Bettenkapazität der Geno wird von 2.000 auf etwa 1.500 gesenkt. Ein Umzug des Herzzentrums und der Palliativmedizin steht ebenfalls an, und die Kosten dafür werden auf fast 140 Millionen Euro geschätzt. Gesundheitssenatorin Bernhard hat die Notwendigkeit einer rund um die Uhr Betreuung am neuen Standort Kattenturm betont. Details dazu bleiben jedoch unklar, was bei vielen Menschen für Unsicherheit sorgt.

Nachnutzung und Zukunft

Die Nachnutzung des Klinikums Links der Weser wird als wichtiges Thema hervorgehoben. Die Stadt möchte sicherstellen, dass die medizinische Versorgung in den Stadtteilen südlich der Weser nicht leidet. Ein Nachnutzungskonzept ist in der Planung, um die Menschen vor Ort nicht im Stich zu lassen. Die FDP hat die Entscheidung des Senats als überhastet kritisiert und fordert eine Rücknahme, da viele Fragen noch unbeantwortet sind. Auch die Verkehrssituation am Klinikum Bremen-Mitte, das zusätzliche Patienten und Angehörige aufnehmen muss, wird als potenzielles Problem gesehen.

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Die bundesweite Krankenhausreform führt zu einer stärkeren Zentralisierung und Konzentration medizinischer Einrichtungen. In Bremen sind die Kliniken derzeit nur bis zu 60 Prozent ausgelastet, ein Umstand, der auf Fachkräftemangel und den Trend zu ambulanten Eingriffen zurückzuführen ist. Der Weg, den die Stadt einschlägt, ist also nicht nur lokal, sondern Teil eines größeren Puzzles, das die Gesundheitsversorgung in Deutschland betrifft.