Es war ein außergewöhnliches Wochenende am Werdersee in Bremen, wo die Athleten beim „Katzen Sprung’s Backyard Ultralauf“ zu Höchstleistungen aufliefen. Nikita Lipinski, ein Name, der sich in die Geschichtsbücher des Ultralaufs eintragen wird, stellte einen neuen Rekord auf: 207,7 Kilometer in knapp 31 Stunden. Die Strecke, die aus Runden von jeweils 6,706 Kilometern besteht, forderte die Teilnehmer bis an ihre Grenzen. Wie es sich für einen echten Ultralauf gehört, musste jeder Läufer die Runde in maximal 60 Minuten bewältigen, sonst hieß es „Auf Wiedersehen!“.
Das Wetter zeigte sich launisch und wechselhaft, von strahlendem Sonnenschein über heftigen Regen bis hin zu Hagel – ein echtes Spektakel für die Zuschauer und eine Herausforderung für die Läufer. Organisator Jan Schrobsdorff, der selbst mit von der Partie war, konnte sich nicht nur um die logistischen Belange kümmern, sondern musste auch selbst ran: „Ich wollte es wissen!“. Am Samstag um 5:25 Uhr fiel der Startschuss, und 73 von 79 gemeldeten Läufern waren bereit, sich dem Abenteuer zu stellen. Was für eine Kulisse!
Ein spannender Wettkampf
Nach 24 Stunden, in denen die Zeit wie im Flug verging, waren nur noch drei Läufer im Rennen. Der zweite Platz ging an Mattis Baumgartner mit beachtlichen 201 Kilometern. Robert Ebner sicherte sich den dritten Platz mit 174,2 Kilometern, was 26 Runden entspricht – auch nicht ohne! Besonders beeindruckend war die Leistung des ältesten Teilnehmers, Hartmuth Schlachter, der mit 72 Jahren 67 Kilometer lief. Respekt!
Die Veranstaltung ist nicht nur ein Wettkampf, sondern auch ein Spendenlauf. Die Startgelder und Spenden kommen der Pegasus Bremer Krebsgesellschaft e.V. zugute. Ein schöner Gedanke, der die Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen motiviert, während sie ihre persönlichen Grenzen überschreiten. Zwischen 2019 und 2024 wurden über 6.235 Euro gespendet, und allein im Jahr 2024 waren es 1.310 Euro. So wird jeder Schritt auf der Strecke auch zu einem Schritt in die richtige Richtung für die gute Sache.
Ein Lauf, der verbindet
Sowohl die Teilnehmer als auch die Zuschauer spürten die besondere Atmosphäre. Keine persönliche Unterstützung auf der Strecke erlaubt – das machte die Sache herausfordernd, aber auch ehrlich. Nur am offiziellen Verpflegungspunkt war eine kleine Pause erlaubt. Man könnte meinen, das wäre etwas hart, aber genau das gehört dazu. Das Event ist inspiriert vom „Big Dog’s Backyard Ultra“ in Tennessee und hat sich in Bremen zu einem echten Highlight entwickelt.
Es ist einfach faszinierend zu sehen, wie die Läufer, die sich am Anfang noch voller Motivation in die ersten Runden stürzten, über die Zeit an ihre Grenzen kommen. Und am Ende bleibt nur der letzte Läufer, der die Runde im Zeitlimit beendet, während alle anderen als DNF (Did Not Finish) gewertet werden. Ein klarer Ansporn für alle, die ihr Bestes geben wollen. Ein Gefühl von Gemeinschaft, von Zusammenhalt, selbst wenn die Beine schwer werden.
Und so bleibt der „Katzen Sprung’s Backyard Ultra“ nicht nur ein Wettkampf, sondern ein Erlebnis, das Menschen zusammenbringt und sie für eine gute Sache mobilisiert. Ich kann kaum erwarten, was das nächste Jahr bringen wird, und hoffe, dass sich noch mehr Menschen von diesem Spirit anstecken lassen!