In Bremen-Gröpelingen ist die Luft zum Schneiden. Die Sauberkeit in diesem Stadtteil wird von den Bewohnern als besonders schlecht wahrgenommen. Das zeigt sich auch in einer Umfrage von Radio Bremen, bei der rund 5.000 Meinungsmelder ihren Stadtteil nach elf Kriterien bewertet haben. Mit einer Schulnote von 5,6 schneidet Gröpelingen am schlechtesten ab. Die Mehrheit sieht die Verantwortung für diesen Missstand bei den Bewohnern selbst. Das klingt irgendwie nach einer endlosen Geschichte, oder?

Einige Stimmen aus der Nachbarschaft kritisieren allerdings, dass Bremen zu wenig für die Sauberkeit in Gröpelingen unternimmt. Hier kommt die Bremer Stadtreinigung ins Spiel, die vehement widerspricht und ihre Präsenz im Stadtteil betont. Die Abfallberater sind ständig aktiv und führen sogar Sondertouren zur Beseitigung illegaler Müllablagerungen durch. Das klingt nach einer Menge Arbeit, die da auf den Schultern der Stadtreinigung lastet.

Gemeinsam gegen den Müll

Regelmäßige Sicherheits- und Säuberungsrundgänge mit dem Ordnungsdienst und der Polizei stehen ebenfalls auf dem Programm. Im Mai 2023 gab es ein Abfalltheater, das Kinder über Mülltrennung und Abfallvermeidung aufklären sollte. Tolle Initiative, aber das größte Problem scheint dennoch die falsche Müllentsorgung durch die Bewohner zu sein. Ein Grund dafür könnte die hohe Wechselfrequenz von Monteuren in Gröpelingen sein, die oft nicht mit dem Entsorgungssystem vertraut sind. Und ehrlich gesagt, wer hat schon die Muße, sich mit all den Vorschriften auseinanderzusetzen, wenn man gerade erst angekommen ist?

Ein Beschluss der Umweltdeputation sieht vor, dass ein Sanktionsteam bei der Stadtreinigung eingeführt wird. Das klingt nach einem ersten Schritt in die richtige Richtung, aber die Details zur Schulung und Bezahlung des neuen Personals sind noch unklar. Pit Eckert von der Gewerkschaft Verdi hat da so seine Bedenken. Er kritisiert, dass die Aufgaben wie das Verhängen von Bußgeldern traditionell der Polizei und dem Ordnungsamt obliegen. Verdi fordert, dass die betroffenen Beschäftigten in die Veränderungsprozesse einbezogen und fortgebildet werden. Ein bisschen mehr Transparenz könnte hier nicht schaden.

Illegale Müllablagerungen im Visier

Die Stadt hat auch eine klare Strategie gegen illegale Müllablagerungen. Bremen bittet die Bürger um Hilfe bei der Meldung von illegal abgestelltem Müll, sei es blauer Sack, Altölkanister oder Bauabfälle. Illegale Müllablagerungen werden in der Regel innerhalb einer Woche entfernt, wenn sie im öffentlichen Raum sind. Und wenn jemand denkt, er könne ungestraft seinen Müll einfach irgendwo abladen, der irrt gewaltig. Denn die Stadt untersucht jede Ablagerung und sucht nach Hinweisen auf die Verursacher.

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Hinweise können durch Paketaufkleber, Adressen auf Briefumschlägen und andere Beweismittel gefunden werden. Und falls das nicht reicht, wird sogar ein „Seziertisch“ eingerichtet, um gefundenen Müll zu analysieren. Das klingt fast schon nach einem Krimi! Die Stadt sichert die Stellen der illegalen Ablagerungen mit einem Absperrband, das mit „Wir ermitteln!“ beschriftet ist. Das soll andere potenzielle Verursacher abschrecken. Ein cleverer Schachzug!

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Sauberkeit in Gröpelingen entwickeln wird. Die Initiativen sind vielversprechend, doch ohne die aktive Mitwirkung der Bewohner wird sich die Lage wohl nur schleppend verbessern. Es ist ein Zusammenspiel von Verantwortung, Aufklärung und vor allem einem Willen zur Veränderung.