In den letzten Jahren hat die Wasserpest im Werdersee für viel Aufregung gesorgt. Die Umweltdeputation hat nun ein Managementkonzept beschlossen, das die lästige Pflanze eindämmen soll. Die Pläne sehen vor, dass in den Jahren 2026 und 2027 dreimal gemäht wird – und das nicht zu knapp! Geplant sind die Mahd-Termine für Mitte Juni, Anfang August und Mitte September, und zwar von der Wilhelm-Kaisen-Brücke bis zur Vogelinsel. Das klingt ja schon mal vielversprechend!

Ein kleiner Hoffnungsschimmer: Um die große Ruderregatta im April nicht zu gefährden, könnte es sogar eine Frühjahrsmahd geben. An der offiziellen Badestelle wird sogar bis zu viermal im Jahr Hand angelegt, um die Wasserpest zu entfernen. Das hat im vergangenen Jahr für massive Einschränkungen gesorgt, vor allem für Freizeitnutzer und Sportler, die sich am und im Wasser vergnügen wollten. Michael Koch aus dem Umweltressort hat darauf hingewiesen, dass das Mähen auch ökologische Risiken birgt. So wurden bei einer Mahd 1000 Schleien sowie zahlreiche Libellen- und Insektenlarven entfernt – und viele Tiere erstickten, trotz der Rückführungsversuche. Ein schmaler Grat zwischen Naturpflege und Naturschutz!

Ein Konzept mit vielen Facetten

Die Maximalvariante, die bis zur Erdbeerbrücke reichen sollte, wurde abgelehnt, während die Minimalvariante die Freizeitnutzung eingeschränkt hätte. Ein Kompromiss, der nicht nur den Sportvereinen, sondern auch Schulen und der DLRG entgegenkommt. In den Prozess wurden viele Akteure eingebunden, was zeigt, dass hier ein gemeinsames Interesse besteht: die Wasserqualität zu erhalten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden.

Neben den Mäh-Arbeiten sollen auch Fressfeinde der Wasserpest angesiedelt werden. Das klingt fast nach einem kleinen Tierpark-Projekt! Darüber hinaus sind mechanische Maßnahmen wie Eggen in Planung. Das Managementkonzept wird über zwei Jahre erprobt, und danach wird entschieden, ob ein Mähboot angeschafft wird. Die Kosten, die sich bis zu 600.000 Euro pro Jahr belaufen, teilen sich das Sport- und das Umweltressort. Ein kostspieliges Unterfangen, aber vielleicht auch notwendig.

Ökologische Überlegungen im Hintergrund

Ein Blick über den Tellerrand hinaus zeigt, dass die ökologischen Herausforderungen in der Gewässerpflege oft nicht einfach zu bewältigen sind. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Abgrenzung zwischen Gewässerunterhaltung und -umbau oft unklar ist. Wenn Maßnahmen die Grenze zum Umbau überschreiten, wird es kompliziert – dann sind Planfeststellungsverfahren erforderlich. Umso wichtiger ist es, auch die Nebenwirkungen solcher Maßnahmen im Blick zu behalten.

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Das Einbringen von Totholz in Gewässer wird als sinnvolle Maßnahme angesehen, weil es die Struktur und die Fauna beeinflusst. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: Es könnte die Mäandrierung des Gewässers beeinflussen und als wesentliche Umgestaltung interpretiert werden. Ob solche Maßnahmen im Rahmen der Gewässerunterhaltung zulässig sind, bedarf einer Einzelfallentscheidung. Das zeigt, wie vielschichtig das Thema ist und dass jede Entscheidung auch weitreichende Folgen haben kann. Man könnte fast sagen, die Natur hat ihre eigenen Regeln, und wir müssen lernen, sie zu respektieren und zu verstehen.