In Bremen, genauer gesagt in der Neustadt, tut sich momentan einiges am Werdersee. Die Wasserpest, ein heimtückischer Neophyt, der sich in unseren Gewässern breitmacht, ist zurzeit nicht sichtbar. Das ist erst mal eine gute Nachricht, denn die Feuerwehrtaucher haben Ende Mai bereits das Wachstum dieser Pflanze im Auge. Sie sollen dann entscheiden, ob und wie viel gemäht werden muss. Ein Notfallplan sieht vor, drei Mähdurchgänge pro Jahr mit einem speziellen Mähboot durchzuführen, um den Freizeitsport zu sichern. Die Kosten sind für die nächsten zwei Jahre gesichert – das ist schon mal ein großer Schritt in die richtige Richtung!

Für Schwimmer ist ebenfalls vorgesorgt: Am Badestrand soll die Wasserpest mit einem Amphibienfahrzeug entfernt werden. Das klingt alles sehr durchdacht, besonders weil die Kleischicht am Seegrund, die für das Ökosystem so wichtig ist, dabei nicht beschädigt werden darf. Aktuell ist der Grund des Sees übrigens mit Sand, Muscheln und Algen bedeckt, sodass die Wassertemperatur scheinbar das Wachstum der Wasserpest hemmt. Im Unterlauf der kleinen Weser wurde allerdings Wasserpest in der Nähe der Wasseroberfläche gesichtet. Das macht es umso wichtiger, die Mäharbeiten, die für Juni, August und September geplant sind, genau im Blick zu behalten.

Geplante Maßnahmen und Kosten

Die Mäharbeiten kosten etwa 85.000 Euro pro Durchgang. Bei einem moderaten Wachstum der Wasserpest könnte es sogar sein, dass die Mahd im Sommer ganz unterbleibt. Eine zusätzliche Mahd im April war im aktuellen Jahr nicht nötig, sodass etwa 1000 Teilnehmer an der großen Ruderregatta im Mai ohne Einschränkungen teilnehmen konnten. Das ist doch mal eine gute Nachricht für alle Sportbegeisterten!

Die Strategie sieht vor, die Wasserpest bis zu vier Mal im Jahr am Badestrand mitsamt ihren Wurzeln herauszureißen. Das Herausreißen gilt als effektiver als das Mähen, ist aber nicht für den gesamten See geeignet. Gleichzeitig werden ökologische Maßnahmen ergriffen, um heimische Pflanzen zu unterstützen und die Ausbreitung der Wasserpest zu hemmen. Das Ziel ist es, Eingriffe ins Ökosystem gering zu halten und die Freizeitnutzung zu ermöglichen – ein Balanceakt, der nicht einfach ist.

Ein langfristiges Problem

Doch die Wasserpest wird als wahrscheinlich dauerhafter Bewohner des Werdersees angesehen. Das stellt uns vor eine Herausforderung, die nicht nur lokal, sondern auch europaweit bekannt ist. Es gibt strenge EU-Vorgaben zur Kontrolle invasiver Arten. Neophyten sind Pflanzen, die ursprünglich nicht in einem Gebiet vorkommen, sich aber ansiedeln und stabile Populationen bilden. Invasive Pflanzen, wie die Wasserpest, vermehren sich schnell und können einheimische Arten verdrängen – das kann fatale Folgen für die bestehenden Ökosysteme haben.

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Die EU hat Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung invasiver Pflanzen zu kontrollieren. Seit 2014 gibt es eine Verordnung, die das vorsätzliche Einbringen und die Verbreitung invasiver Arten verbietet. In der Unionsliste der EU stehen mittlerweile zahlreiche Pflanzenarten, die nicht mehr in die EU gebracht werden dürfen. Hierzu zählen auch Wasser- und Sumpfpflanzen, die als Aquarienpflanzen verwendet wurden. Das zeigt, wie ernst das Thema ist und wie wichtig es ist, auch in Bremen aktiv zu werden, um die Natur zu schützen.

Die aktuellen Maßnahmen am Werdersee sind ein erster Schritt, um die Wasserpest in Schach zu halten. Ob sie ausreichen, um diesen hartnäckigen Neophyten langfristig zu bekämpfen, bleibt abzuwarten. Aber die Verantwortlichen sind gewarnt und haben die Zeichen der Zeit erkannt – und das ist in Anbetracht der Herausforderungen, die uns die Natur stellt, schon mal ein guter Anfang.