In Walle, einem lebendigen Stadtteil Bremens, stehen die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit vor einer ungewissen Zukunft. Die Stadt Bremen hat beschlossen, ihre Finanzierungssystematik zu ändern. Das bedeutet, dass wichtige Anlaufstellen wie die Ratze und das Freizi Haferkamp möglicherweise keine institutionelle Förderung mehr erhalten. Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich für die Belange der Jugendlichen stark machen. Die Multifunktionsfläche beim Kinder- und Jugendhaus Ratze wird zwar saniert – die Einweihung des frisch hergerichteten Bolzplatzes am 9. Juni sorgt für Aufregung –, aber was ist mit der langfristigen Planungssicherheit?
Der Waller Beirat und die Ortspolitiker sind alarmiert und setzen sich für eine fortlaufende institutionelle Förderung ein. Am 28. Mai wird im Jugendhilfeausschuss über die neue Finanzierung beraten. Vor diesem Hintergrund ist die Situation ziemlich angespannt. Man könnte fast sagen, hier wird um die Zukunft dieser wertvollen Einrichtungen gekämpft. Der Hilferuf aus der Ratze, der die neue Fördersystematik in der offenen Kinder- und Jugendarbeit anprangert, ist deutlich zu hören. Regelmäßige Planungskonferenzen mit Trägern, Beiräten, Jugendlichen und Vertretern aus dem Amt für Soziale Dienste sollen helfen, die Weichen für die Zukunft zu stellen.
Ein großer Verlust für die Gemeinschaft
Die neuen pädagogischen Einrichtungsstandards, die im August beschlossen wurden, haben ebenfalls direkte Auswirkungen auf die institutionelle Förderung. Es droht, dass altbewährte Einrichtungen wie die Ratze und das Freizi Haferkamp in Zukunft nur noch Projektmittel erhalten. Das macht die Planung natürlich umso schwieriger! Der Waller Beirat hat sich daher an Sozialsenatorin Claudia Schilling gewandt und fordert sie auf, die institutionellen Förderungen für langjährig aktive Einrichtungen zu bewilligen. Schließlich ist es nicht nur eine Frage der Finanzierung, sondern auch eine Frage der Gemeinschaft und der Unterstützung junger Menschen auf ihrem Weg zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten.
Die offene Kinder- und Jugendarbeit hat eine immense Bedeutung. Sie fördert nicht nur die soziale, kulturelle und politische Teilhabe von Jugendlichen, sondern bietet auch Freiräume zur Entfaltung eigener Standpunkte. Angebote in Bereichen wie Sport, Politik und Kultur sind entscheidend für die Entwicklung junger Menschen. Die Kinder und Jugendlichen in Walle sind darauf angewiesen, dass sie auch weiterhin Zugang zu diesen wichtigen Ressourcen haben. Denn wie das Bundesjugendministerium betont, sind es vor allem die freiwilligen Angebote, die den jungen Menschen helfen, ihre Kompetenzen zu entwickeln.
Die Herausforderungen der aktuellen Situation
Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Sport und Bewegung sind für das gesunde Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen von größter Bedeutung. Und gerade in diesen Zeiten ist es wichtig, dass die Unterstützung für die offenen Kinder- und Jugendeinrichtungen nicht abreißt. Diese Einrichtungen sind oft der einzige Ort, an dem Jugendliche sich sicher fühlen können, ihre Meinungen äußern und aktiv an der Gestaltung ihrer Umgebung teilnehmen können.
In Walle spürt man förmlich die Anspannung und den Willen, etwas zu bewegen. Der nächste Termin im Jugendhilfeausschuss am 28. Mai um 15.30 Uhr im Kwadrat, Wilhelm-Kaisen-Brücke 4, wird entscheidend sein. Hier wird sich zeigen, ob die Stimmen der Waller Bevölkerung Gehör finden und wie die Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in diesem Stadtteil aussehen wird. Die Hoffnung bleibt, dass die Verantwortlichen die Bedeutung dieser Einrichtungen erkennen und die notwendigen Schritte einleiten, um die Unterstützung für die Jugend in Walle zu sichern.