Am Donnerstagnachmittag war es soweit: Sechs Architekturbüros präsentierten ihre städtebaulichen Ideen für das ehemalige Horten-/Kaufhof-Gelände in Bremen. Die Atmosphäre war gespannt; die Fachleute standen in einem Raum voller neugieriger Bürger, die auf das warteten, was da kommen würde. Jedes Büro hatte mehrere Entwürfe im Gepäck, und die Präsentationen fanden, ganz im Sinne des fairen Wettbewerbs, vor den Mitbewerbern statt. Von 15 bis 22 Uhr diskutierten die Teilnehmer in sechs Arbeitsgruppen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Konzepte. Es war wie ein großer Ideenmarktplatz, auf dem jede Stimme zählt. Besonders schön: Auch die Online-Teilnehmer konnten sich aktiv über Abstimmungstools einbringen. Die Resonanz der Bürger war durchweg positiv, was die Verantwortlichen mit Sicherheit erfreute.

Was nun folgt, ist ein spannender Prozess: Am 8. Juli erhalten die Architekturbüros Rückmeldungen zu ihren Entwürfen, die auch die öffentliche Einschätzung berücksichtigen. Die Frist für die Einreichung des finalen Entwurfs endet am 28. Oktober. Wie aufregend! Der finale Entwurf muss sich dabei nicht zwingend an den bisherigen Varianten orientieren. Und dann, am 19. November, wird das Preisgericht aus 22 Fachleuten, einschließlich Stellvertretungen, den Siegerentwurf auswählen. Die Öffentlichkeit darf sich schließlich am 14. Dezember auf das Ergebnis freuen.

Ein Blick in die Zukunft

Doch das ist noch nicht alles. Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda ist die Übernahme der Immobilie durch BRESTADT, die zum Jahresbeginn 2025 stattfinden soll. In der Zwischenzeit wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um sowohl die Potenziale als auch die Herausforderungen des Standorts zu analysieren. Die erste Konzeptstudie wurde bereits 2023 in Auftrag gegeben, unterstützt durch die Bundesförderung ZIZ. Hierbei wurden drei Szenarien für die Entwicklung des Grundstücks entworfen: Bestandserhaltung, Teilabriss mit Umbau und Neubauelementen sowie der Gesamtrückbau und Neubau. Das klingt nach einem umfassenden Plan, oder?

Die Entscheidung des Senats im November wird entscheidend sein. Geplant ist ein Beschluss für die Neubauvariante, die auf Stadtreparatur, vielfältige Nutzungsanforderungen, Risikominimierung und Wirtschaftlichkeit abzielt. Im Frühjahr startete bereits ein Beteiligungsverfahren, um die Perspektiven und Nutzungsideen der Bürger zu sammeln. Die Ergebnisse flossen in die Beauftragung der sechs Architekturbüros ein, die nun mit ihren Expertisen aus Städtebau und Freiraumplanung an den Entwürfen arbeiten. Die Spannung steigt, denn der Gewinnerentwurf wird für Ende 2026 erwartet und soll Fragen zu stadträumlichen und -ökologischen Zukunftsthemen beantworten.

Die Entwicklung des Horten-/Kaufhof-Geländes wird ohne Zweifel ein prägendes Kapitel für die Innenstadt Bremens. Es ist die Chance, eine identitätsstiftende neue Mitte zu schaffen, die sowohl die Vergangenheit respektiert als auch die Zukunft im Blick hat. Bremen, du hast viel zu bieten, und dieser Prozess ist erst der Anfang!

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