Die letzten Monate haben in Bremen für Aufregung gesorgt, insbesondere seit Mark Rackles (SPD) das Amt des Bildungssenators übernommen hat. Mit frischem Elan und klaren Zielen möchte er die besorgniserregende Situation im Bildungswesen anpacken. Bremen hat erneut den letzten Platz im IQB-Bildungstrend belegt. Das ist schon ein starkes Stück! Mehr als die Hälfte der Neuntklässler hierzulande erreichen die Mindestanforderungen in Mathematik und Naturwissenschaften nicht. Und das ist nicht einfach nur eine Zahl – es sind Kinder, die am Ende der Schulzeit ohne die notwendigen Fähigkeiten dastehen.
Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass über 50% der Drittklässler nicht ausreichend lesen, schreiben und rechnen können. Rackles findet das inakzeptabel und hat sich dem Ziel verschrieben, mehr Kinder zu einem Schulabschluss zu führen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung: Kinder mit Sprachförderbedarf sollen künftig verpflichtend in die Kita gehen. Klar, das ist ein Ansatz, der sich auf lange Sicht positiv auswirken könnte. Und was Rackles in der Elternarbeit plant, klingt auch vielversprechend. Er setzt auf mehrsprachige Aufklärung und aufsuchende Elternarbeit – ganz ohne Zwangsgelder. Überzeugungsarbeit ist die Devise!
Ein Blick auf die Zahlen
Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends 2024, die vor kurzem präsentiert wurden, zeigen eine besorgniserregende Entwicklung. Die Regelstandards werden seltener erreicht und die Mindeststandards werden häufiger verfehlt, als noch in den Jahren 2012 und 2018. Hier sind die Fakten: Im Fach Mathematik verfehlen 2024 knapp 9% der Neuntklässler*innen den Mindeststandard für den Ersten Schulabschluss (ESA), und ungefähr 34% erreichen nicht einmal den Mindeststandard für den Mittleren Schulabschluss (MSA). Da bleibt einem schon fast die Spucke weg!
Die Situation in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern ist noch besorgniserregender: 24% der Jugendlichen in Mathematik, 10% in Biologie, 25% in Chemie und 16% in Physik erreichen die Mindeststandards nicht. Das ist ein klarer Weckruf! Und Rackles weiß das. Er will die Ausfallzeiten in den Kitas verringern, plant einen Vertretungspool, um Unterrichtsausfälle zu reduzieren, und setzt auf ein stärkeres Augenmerk auf Grundkompetenzen in Mathematik und Deutsch, bevor die Fächer-Vielfalt ins Spiel kommt. Es wird spannend zu sehen, ob die Schulen ihre Zielsetzungen wirklich anspruchsvoller gestalten können.
Die Roadmap zur Verbesserung
Im März 2026 wurde auf der Bildungsministerkonferenz eine Roadmap zur Trendumkehr bei Schülerleistungen beschlossen. Das Ziel ist klar: Der Anteil der Schüler, die grundlegende Mindeststandards nicht erreichen, soll innerhalb der nächsten zehn Jahre deutlich gesenkt werden. Es gibt viel zu tun, und die Ministerinnen und Minister betonen die Notwendigkeit konkreter Verbesserungen im Unterricht. Da wird also sicher noch einiges auf uns zukommen. Auch die Stärkung der Leistungsspitze im Bildungssystem steht auf der Agenda. Und das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern wird unter Einbeziehung wissenschaftlicher Expertise und Schulpraxis angegangen.
Insbesondere die Ministerin für Bildung, Karin Prien, fordert evidenzbasiertes Handeln, um die Bildungschancen zu verbessern. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und sollte uns alle beschäftigen. Ministerin Dorothee Feller hebt hervor, dass die Qualität des Unterrichts unbedingt stärker in den Fokus gerückt werden muss. Da bleibt abzuwarten, wie die Umsetzung in der Praxis aussieht. Es wird weiterhin Handlungsfelder geben, die angepackt werden müssen, darunter auch die Sprachbildung und die Ausbildung der Lehrkräfte.
Es bleibt also spannend in Bremen und darüber hinaus. Die Herausforderungen sind gewaltig, und ob Rackles und sein Team die Wende schaffen, wird sich zeigen müssen. Eines ist klar: Die Zukunft unserer Kinder hängt von der Bildung ab, und da ist noch ein weiter Weg zu gehen.
