In Blumenthal herrscht gerade ein ganz schöner Wirbel. Die Tami-Oelfken-Schule, die mit ihren 319 Kindern ein wichtiger Teil der Gemeinschaft ist, steht im Fokus – und das aus mehreren Gründen. Mitte April hat Servet Terkes seinen Posten als Schulelternsprecher niedergelegt und macht seinem Unmut darüber Luft, wie die Dinge an der Schule laufen. Ein zentrales Thema ist das Fehlen einer Mensa, was die Kinder dazu zwingt, ihre Pausen in Klassenräumen zu verbringen. Das ist nicht nur unpraktisch, sondern auch irgendwie schade, oder? Besonders, wenn man bedenkt, dass es mal Pläne für eine Mensa gab, die jedoch nie realisiert wurden. Irgendwie frustrierend, wenn man darüber nachdenkt, dass die Kinder nicht einmal einen anständigen Ort zum Essen haben.

Terkes kritisiert auch die angespannte Personalsituation und die unzureichende Unterstützung bei Krankheitsausfällen. „Wo bleibt die Hilfe, wenn jemand fehlt?“, fragt er sich und fordert eine gleichberechtigte Verteilung von Lehrkräften über alle Bremer Schulen. Die Bildungsbehörde hat zwar die angespannte Lage bestätigt, verweist jedoch auf die vollständige Besetzung der Schulsozialarbeit und auf Erzieherstellen – was das für die Lehrer und Schüler an der Tami-Oelfken-Schule bedeutet, bleibt aber fraglich. In den letzten Jahren wurde viel über die Bildung in Bremen gesprochen, doch die Realität sieht oft anders aus.

Bildung in Bremen: Ein Drahtseilakt

Der Bremer Senat hat Bildung im Koalitionsvertrag eine hohe Bedeutung zugeschrieben. Aber der Lehrkräftemangel ist ein bundesweites Problem, und in Bremen wird die Lage als besonders gravierend wahrgenommen. Schlechte Ergebnisse in Ländervergleichen und das geringe Ansehen der Schulabschlüsse bei Arbeitgebern – das alles wird oft auf die Personalnot zurückgeführt. Der Koalitionsvertrag umfasst sogar etwa zehn DIN-A4-Seiten zur schulischen Bildung, mit Fokus auf Sprachförderung, Inklusion und Schulentwicklung. Bildungsgerechtigkeit ist ein zentrales Ziel: Alle Kinder sollen unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen haben.

Geplante Maßnahmen sind unter anderem die Fortführung der Doppelbesetzung und die massive Einstellung von zusätzlichem Personal. Allein in den letzten zwei Jahren wurden über 1.000 Personen eingestellt, darunter 736 Lehrkräfte im Jahr 2024. Ein vereinfachtes Bewerbungsverfahren soll dafür gesorgt haben, dass immer mehr Referendare nach Bremen kommen. Seit August 2023 haben bereits 1.066 Personen ein Referendariat in Bremen begonnen – das klingt ja eigentlich ganz gut, oder? Aber trotzdem bleibt die Unterrichtsversorgung in Randbezirken, wie Bremen-Nord, weiterhin schwierig, und das stellt die Schulen vor große Herausforderungen.

Der Blick nach vorn

Die Kultusministerkonferenz berichtet regelmäßig über die Entwicklungen im Lehrerbereich. Dabei wird deutlich, dass der Bedarf an Lehrkräften nicht nur ein temporäres Problem ist, sondern eine Herausforderung, die sich durch die Jahre zieht. Gleichzeitig haben Schulen in Bremen wie die Tami-Oelfken-Schule die Chance, durch Programme wie „Back to school?!“ Quereinsteiger zu gewinnen und frischen Wind in die Klassen zu bringen. Vielleicht gibt es ja auch bald einen Ausblick auf besser ausgestattete Schulen und ein durchdachtes Konzept für die personelle Ausstattung.

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Im Moment bleibt die Tami-Oelfken-Schule aber das zentrale Thema. Und während die Diskussionen weitergehen, bleibt zu hoffen, dass bald Lösungen gefunden werden, die die Kinder und das Lehrpersonal entlasten. Denn eines ist klar: Bildung sollte nicht nur ein Wort in Verträgen sein, sondern für alle Kinder erlebbar werden. Und das fängt in den Klassenzimmern an.