In Marßel, einem Stadtteil von Bremen, rumort es gewaltig. Der Jugendklub Ups, der seit Jahren als Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche dient, steht vor einer bedrohlichen Schließung. Ab nächstem Jahr wird der Klub keine institutionelle Förderung mehr erhalten, was die Türen für immer schließen könnte. Diese Nachricht hat nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei Politikern und anderen Akteuren Empörung ausgelöst. Ein offener Brief, der den Erhalt des Klubs fordert, ist bereits unterzeichnet worden, und auch bei Veranstaltungen wird intensiv für den Klub geworben.
Die Sozialbehörde hat klargestellt, dass es keine Mittel mehr für Personal- und Betriebskosten geben wird. Ein echter Rückschlag, denn der Jugendklub ist der einzige leicht zugängliche Treffpunkt für junge Menschen ab zehn Jahren in der Gegend. An den Öffnungstagen strömen etwa 30 Kinder und Jugendliche, viele von ihnen aus benachteiligten Familien, in den Klub. Der Bedarf ist offensichtlich, und die Schließung würde für viele eine massive Lücke reißen. Die Insellage des Marßeler Feldes macht die Erreichbarkeit anderer Jugendfreizeitheime alles andere als einfach.
Ein Rückzugsort für alle
Was den Klub so besonders macht? Nun, Ups bietet eine offene Einladung für alle Kulturen, Religionen und Geschlechter. Hier wird nicht nur gespielt und Spaß gehabt – die Jugendlichen können auch ihre Ideen einbringen und schwierige Themen ansprechen. Der Klub hat einen Graffiti-Raum, wo man kreativ sein kann, und einen Gaming-Raum mit neuesten Konsolen wie der Playstation 5 und Nintendo Switch, was für viele ein echter Magnet ist. An den Kino-Abenden oder beim Fußball gucken wird die Gemeinschaft weiter gefestigt.
Aber das ist noch nicht alles. Die Soul-Kitchen sorgt fast täglich für kulinarische Genüsse – besonders mittwochs, wenn der große Koch-Tag ansteht. Hier wird nicht nur gekocht, sondern auch das Miteinander gefördert. Der Outdoor-Bereich mit Angeboten für Fußball, Basketball und sogar Box-Sparring bietet Raum für Bewegung und Wettkampf. Und nicht zu vergessen, der Kioskverkauf und der Verleih von Spielmaterialien – das alles trägt zur Gemeinschaft und gegenseitigen Hilfe bei.
Ein unverzichtbares Bindeglied
Polizei und Wohnungsbauunternehmen unterstreichen die zentrale Rolle des Klubs in der präventiven Gefahrenabwehr. Ups fungiert als vertrauensbildende Schnittstelle zwischen Jugendlichen und staatlichen Institutionen. In einem Stadtteil wie Marßel, wo viele Menschen finanziell und materiell benachteiligt sind, sind solche Angebote nicht nur wichtig – sie sind essenziell. Die Autoren des offenen Briefes kritisieren die mögliche Schließung des Klubs als ein fatales Signal an die Jugend und die gesamte Gemeinschaft. Hier wird ein Raum für Offenheit und Verständnis geschaffen, der in der heutigen Zeit mehr denn je gebraucht wird.
Die geplante Budgeterhöhung für nordbremische Jugendeinrichtungen ab 2027 lässt den Klub in seiner jetzigen Form jedoch außen vor. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen der Bürger und Unterstützer gehört werden und der Jugendklub nicht nur ein Ort für Spaß und Spiel bleibt, sondern auch ein sicherer Hafen für die Jugendlichen von Marßel. Denn eines steht fest: Die Schließung von Ups würde eine schmerzhafte Wunde für die Gemeinschaft hinterlassen.