Die Dilbar: Ein gefrorenes Luxusproblem im Herzen Bremens
Die „Dilbar“ – ein Name, der in der Welt der Superyachten für Aufsehen sorgt. Mit stolzen 160 Metern Länge ist sie nicht nur die größte ihrer Art, sondern auch ein echtes Bremer Kind. Gebaut von der Lürssen-Werft, liegt dieses prunkvolle Schiff seit mehr als vier Jahren im Schwimmdock in Bremen-Nord. Ein Zustand, der nicht nur den Eigner, sondern auch die Werft vor große Herausforderungen stellt.
Seit März 2022 ist die „Dilbar“ durch EU-Sanktionen gegen russische Staatsbürger blockiert. Ursprünglich galt die Yacht lange als Eigentum des russischen Oligarchen Alischer Usmanow. Aber wie es in der Welt der Reichen und Mächtigen oft der Fall ist, sind die Eigentumsverhältnisse alles andere als klar. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hatte sich zwar für zuständig erklärt, dann aber wieder zurückgezogen. Lürssen muss die Yacht weiterhin warten und pflegen – und das für eine stolze Summe von 50.000 Euro pro Tag! Nach vier Jahren summieren sich die Kosten auf etwa 75 Millionen Euro. Da könnte man fast meinen, die „Dilbar“ ist mehr eine Geldmaschine als ein Luxusobjekt.
Ein Urteil voller Fragen
Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat kürzlich entschieden, dass die Werft nicht verpflichtet ist, die Yacht als eingefrorene wirtschaftliche Ressource zu behandeln. Das Gericht begründete dies damit, dass die Eigentümerstruktur der „Dilbar“ zu unklar sei. Eine interessante Wendung in einem ohnehin schon komplizierten Fall! Ob das Urteil rechtskräftig wird, bleibt abzuwarten, denn das BAFA hat die Möglichkeit, beim Hessischen Verwaltungsgerichtshof Berufung einzulegen.
Die „Dilbar“ wird rechtlich von einer auf den Cayman Islands registrierten Gesellschaft gehalten. Diese A-Ltd. wird über eine Holding- und Treuhandstruktur verwaltet, was die Sache nicht einfacher macht. Bis 2017 war Usmanow der wirtschaftliche Eigentümer, dann übernahm seine Schwester Gulbakhor Ismailova diese Rolle. Sie wurde zeitweise auf die Sanktionsliste gesetzt, doch im März 2025 wieder gestrichen. Kompliziert, oder? Das Bundeskriminalamt hat sie als Eigentümerin ermittelt, diese Informationen wurden aber später gelöscht. Ein Rätsel, das die Öffentlichkeit nicht wirklich begreifen kann.
Ein Blick in die Zukunft
Die Lürssen-Werft hat Fragen zur Wartung der „Dilbar“ aufgeworfen, insbesondere zu den enormen Kosten und der Frage des weiteren Umgangs mit dem Schiff. Das Bundeswirtschaftsministerium prüft derweil das Urteil, äußert sich jedoch nicht zu Einzelfällen. Experten gehen davon aus, dass eine Klage von Lürssen auf Schadensersatz gegen den Staat nicht ausgeschlossen ist. Man fragt sich, wie lange die Werft noch bereit ist, für ein eingefrorenes Luxusschiff zu zahlen. Und könnte es sein, dass die „Dilbar“ irgendwann aus dem Schwimmdock befreit wird? Wer weiß das schon.
In der aktuellen Lage sind alle Beteiligten gefordert, sich an die geltenden Sanktionen zu halten. Die „Jedermannspflicht“, die aus der EU-Verordnung resultiert, verpflichtet jeden, Informationen weiterzugeben, die Behörden bei der Umsetzung von Sanktionen unterstützen oder Verstöße aufdecken. Das bedeutet, dass es für alle, die in irgendeiner Weise mit solch hochkarätigen Objekten in Kontakt kommen, wichtig ist, die Augen offen zu halten. Ein spannendes, aber auch nervenaufreibendes Spiel für alle, die im Umfeld der „Dilbar“ agieren.
