Ein Abschied voller Erinnerungen: Pfarrer Dr. Holger Baumgard geht in den Ruhestand
Heute ist ein ganz besonderer Tag in Vegesack. Die Gemeinde nimmt Abschied von Pfarrer Dr. Holger Baumgard, der nach 22 Jahren im katholischen Dekanat Bremen-Nord seinen wohlverdienten Ruhestand antritt. Ein bewegender Moment für alle, die ihn in dieser Zeit begleiten durften. Sein Büro im Gemeindezentrum ist fast leer – Möbelpacker stehen schon bereit, um die letzten Erinnerungen zu packen. Am 4. Juli wird er feierlich verabschiedet, mit Domkapitular Martin Wilk aus Hildesheim an seiner Seite.
Im Jahr 2004 trat Baumgard die Nachfolge von Wolfgang Krizizanowski in Grohn an. Seitdem hat er nicht nur die Gemeinde St. Peter und Paul in Lesum und St. Willehad in Aumund betreut, sondern auch rund 15.000 Katholiken in mehreren Gemeinden begleitet. „Es war eine Reise voller Höhepunkte“, erinnert sich Baumgard. Studienreisen nach Griechenland, Israel, Rom und Assisi gehören zu den besonderen Erlebnissen, die er nicht missen möchte. Auch die Zusammenarbeit mit der Caritas und der Aufbau eines Kindergartens im Gemeindezentrum waren prägende Momente seiner Amtszeit.
Ein neuer Anfang
Mit Pastor Pradyut Bahla steht bereits sein Nachfolger bereit, der voraussichtlich Ende August die Zügel in die Hand nehmen wird. Für Baumgard geht es nun in eine neue Lebensphase. Er plant, mit seinem Hund Lucas nach Holzminden zu ziehen, wo er in zwei Wohnungen im Elternhaus mit seinem Bruder leben wird. Reisen, besonders nach Norwegen, stehen auf seiner Liste. Außerdem könnte er sich vorstellen, beratend in Pfarrgemeinden tätig zu sein, aber nicht mehr regelmäßig auszuhelfen.
„Es wird komisch sein, nicht mehr jeden Sonntag in der Kirche zu stehen“, gesteht Baumgard. Die Musik wird ihm jedoch weiterhin ein treuer Begleiter sein. Er spielt Blockflöte, Klarinette und Oboe und hat eine große Leidenschaft für Barockmusik. Die liturgischen Gewänder und Utensilien, die er mit nach Holzminden nimmt, werden ihm als Erinnerungen dienen, während er seine neue Freiheit genießt.
Ruhestand mit Verantwortung
In der katholischen Kirche ist es nicht unüblich, dass Pfarrer im Ruhestand Vertretungsdienste übernehmen. Diese Regelung sichert die pastorale Grundversorgung in den Kirchengemeinden. Ruhestandspriester können in Gemeinden, in denen sie nicht zuvor tätig waren, tätig werden und erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung. Dies könnte auch für Baumgard eine Option sein, wenn er sich dazu entscheidet, sich noch einmal für die Gemeinde einzusetzen, ohne fest gebunden zu sein.
Die Verabschiedung von Baumgard ist nicht nur ein Abschied, sondern auch ein Zeichen des Wandels in der Gemeinde. Der Ruhestand bringt frischen Wind, neue Ideen und Perspektiven. Der Pfarrer, der ursprünglich Biochemie studieren wollte, hat sich für ein Leben in der Kirche entschieden und viele Spuren hinterlassen. Jetzt ist es an der Zeit, neue Wege zu gehen – sowohl für ihn als auch für die Gemeinde, die ihm so viel zu verdanken hat.
