Die Wellen plätschern sanft gegen die Stege des Grohner Jachthafens, während die Sonne am Horizont aufgeht. Doch in dieser Idylle gab es kürzlich einen ernsten Vorfall, der die Seeleute und Bootseigner in Aufregung versetzte. Mitte Juni – ein Versuch, einen Außenbordmotor im Wert von etwa 20.000 Euro zu stehlen! Dank der aufmerksamen Nachtwache, die die Täter entdeckte, konnte Schlimmeres verhindert werden. Ein Glück für die Betroffenen, aber auch ein Zeichen dafür, dass die Kriminalität am Wasser nicht schläft.

Hafenmeister Tobias Wilder, der für 149 der insgesamt rund 300 Liegeplätze im Grohner Jachthafen verantwortlich ist, vermutet, dass hier Profis am Werk waren. „Die hätten nur eine Schraube lösen müssen, um den Motor zu stehlen“, sagt er und ergänzt, dass die Aktion offensichtlich gut vorbereitet war. Ein 250-Kilo-Motor lässt sich schließlich nicht einfach so mitnehmen. Gerade erst im Juni gab es auch zwei weitere Motorendiebstähle auf der Oberweser. Die Wasserschutzpolizei Bremen hat bereits mit einem Flyer vor weiteren Diebstählen gewarnt und gibt nützliche Präventionstipps heraus.

Die Schattenseite der Bootsfreude

Es ist nicht nur der Grohner Jachthafen, der betroffen ist. In Lemwerder wurden im vergangenen Jahr Kraftstoffe von Booten abgezapft, und die Hafenmeister und Bootseigner vermuten, dass organisierte Kriminalität hinter diesen Taten steckt. Die Polizei führt derzeit Ermittlungen durch, kann sich zu den Gründen der Diebstähle jedoch noch nicht äußern. Immerhin gibt es in Bremen insgesamt einen Rückgang der Bootsdiebstähle in den letzten Jahren. Dennoch: Die Sorge bleibt. Wer sicher sein will, sollte seinen Außenbordmotor codieren lassen. Die Wasserschutzpolizei bietet gleich mehrere Codiertermine an, um den Diebstahl zu erschweren und Diebe abzuschrecken.

Die Statistiken sind interessant – im Jahr 2023 sank der Diebstahl von Außenbordmotoren um 10 % auf 531 Fälle. Ein historischer Tiefstand, wenn man bedenkt, dass es in der Vergangenheit bis zu 1.500 Motoren pro Jahr waren. Dennoch steigt die Zahl der gestohlenen Sportboote – von 140 auf 160 im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem bleibt der Wert im historischen Kontext niedrig. Wer sich ein gebrauchtes Boot zulegen möchte, sollte unbedingt auf die Hinweise der Polizei achten, um nicht unwissentlich gestohlenes Eigentum zu erwerben.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Die Nachtwache im Grohner Jachthafen, die schon lange besteht, ist ein wertvoller Bestandteil der Sicherheitsmaßnahmen. Die engagierten Mitglieder der vier teilenden Vereine, darunter der Vegesacker Wassersportverein, Roland, Farge und Aumund, arbeiten Hand in Hand, um ihre Schätze zu schützen. Doch wie die letzten Vorfälle zeigen, ist die Wachsamkeit unerlässlich. Bootseigner wie Andreas Klein haben sogar spezielle Schrauben aus den USA bestellt, um ihre Motoren besser zu sichern – das zeigt, wie ernst die Situation genommen wird.

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Die Zusammenarbeit der Polizei mit internationalen Partnern, wie dem Kompetenzzentrum Bootskriminalität, hat in den letzten Jahren Früchte getragen. Multinationale Fahndungsaktionen haben bereits viele Täter aus dem Verkehr gezogen, und die Sicherstellungen von gestohlenen Booten und Außenbordmotoren sind ein Lichtblick in der dunklen Welt der Bootskriminalität. Europaweit gehen die Zahlen der gestohlenen Boote zurück, und das ist letztlich der internationalen Zusammenarbeit zu verdanken.

In Bremen ist es wichtig, wachsam zu bleiben. Die Wellen mögen ruhig sein, aber die Bedrohung durch Diebe ist real. Die Gemeinschaft ist gefordert, gemeinsam gegen die Schattenseiten des Wassersports anzukämpfen. Angesichts der jüngsten Vorfälle und der Warnungen ist es umso wichtiger, vorbereitet zu sein und die eigenen Schätze gut zu sichern.