Holzkirche auf Reisen: Ein Stück Vergangenheitsbewahrung für die Zukunft
Heute ist der 10.07.2026 und in Vegesack gibt es Neuigkeiten, die das Herz eines jeden Geschichtsliebhabers höher schlagen lassen! Die Holzkirche aus Schönebeck, ein echtes Relikt aus den 1960er-Jahren, wird demnächst ins Museumsdorf Cloppenburg umgezogen. Ein Umzug, der nicht nur einen Hauch von Nostalgie in sich trägt, sondern auch die Möglichkeit bietet, die Bauentwicklung und die regionale Kulturgeschichte der Nachkriegszeit lebendig werden zu lassen. Das Ganze wird von Handwerkern des Niedersächsischen Freilichtmuseums sorgfältig durchgeführt. Jedes Teil der Kirche wird nummeriert – eine Art Puzzle, das auf seine Wiederbelebung wartet.
Die Holzkirche, die im Juni 2023 in einem Gottesdienst entwidmet wurde, wird Teil einer neuen Gebäudegruppe im Museumsdorf, die zehn unterschiedliche Gebäudetypen umfasst. Unter den geplanten Gebäuden sind auch ein Bungalow und ein Fertighaus – wie ein kleines Zeitreise-Abenteuer durch die 1950er- bis 1980er-Jahre! Und man fragt sich, wie viel die ganze Aktion kostet: Schätzungen zufolge belaufen sich die Ausgaben für Abbau, Transport und museale Aufarbeitung auf etwa 500.000 Euro. Das ist eine Summe, die nicht einfach aus der Luft gegriffen ist – die Johanniter haben sich bereit erklärt, einen Teil der Kosten zu übernehmen, nachdem sie die Holzkirche von der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK) übernommen hatten.
Ein Stück Geschichte wird lebendig
Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass das Landesamt für Denkmalpflege die Kirche als erhaltenswert eingestuft hat. Das gibt der ganzen Aktion eine besondere Bedeutung – hier wird nicht einfach nur ein Gebäude umgezogen, sondern ein Stück Geschichte gerettet und für zukünftige Generationen bewahrt. Torsten Müller, der Museumsleiter, musste sogar aktiv Spenden akquirieren, um die Finanzierung zu sichern. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Engagement in diesem Projekt steckt.
Die Holzkirche wurde ursprünglich als Übergangslösung konzipiert und am 1. Advent 1964 eingeweiht. Wir können uns also lebhaft vorstellen, wie sie einst von Gläubigen besucht wurde, die dort ihren Glauben lebten und feierten. Michael Schimek, der stellvertretende Museumsleiter, hat die Aufgabe, Zeitzeugengespräche zu führen und alle möglichen Unterlagen, Fotos und Dokumente zur Holzkirche zu sammeln. Das Inventar, darunter 80 Stühle mit Gesangsbuchhaltern, ist fast vollständig im Museumsdorf angekommen. Da wird einem schon ein bisschen warm ums Herz.
Übrigens, die Landdiskothek „Zum Sonnenstein“ aus Harpstedt wurde bereits ins Museumsdorf gebracht und dort ebenfalls ab- und wieder aufgebaut. Das zeigt, wie vielschichtig und lebendig die Kulturgeschichte dieser Region ist. Jedes Gebäude erzählt seine eigene Geschichte, und zusammen ergeben sie ein buntes Mosaik aus Erinnerungen und Traditionen.
Wenn man darüber nachdenkt, ist es tatsächlich faszinierend, wie historische Strukturen wie die Holzkirche, die einst eine Gemeinschaft zusammenbrachten, jetzt Teil eines größeren Erzählens über unsere Vergangenheit werden. Es ist, als würde das alte Holz der Kirche noch einmal lebendig werden, um uns an die Werte und Traditionen zu erinnern, die uns geprägt haben. Wir dürfen gespannt sein, wie die Umsetzung im Museumsdorf Cloppenburg weitergeht und welche Geschichten dort noch erzählt werden.
